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Ferda Ataman: 13 Millionen wurden schon einmal diskriminiert

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Von: Moritz Serif

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Die Publizistin Ferda Ataman äußert sich nach ihrer Wahl zur Unabhängigen Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung im Deutschen Bundestag.
Die Publizistin Ferda Ataman äußert sich nach ihrer Wahl zur Unabhängigen Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung im Deutschen Bundestag. © Bernd von Jutrczenka/dpa/picture alliance

Ferda Ataman, Antidiskriminierungsbeauftragte, stellt ihren Jahresbericht vor. Demnach habe eine große Anzahl an Menschen bereits Diskriminierung erfahren.

Berlin – Laut der neuen Antidiskriminierungsbeauftragten der Bundesregierung, Ferda Ataman, ist eine große Zahl von Menschen in Deutschland schon einmal diskriminiert worden. „Wir haben keine ganz klare Zahl, wie viele Diskriminierungsfälle in Deutschland passieren“, sagte Ataman am Dienstag (16. August) im ARD-Morgenmagazin anlässlich der Vorstellung des neuen Jahresberichts der Behörde.

Viele Menschen würden das, was sie erleben, mit sich alleine ausmachen. Bei repräsentativen Erhebungen hätten jedoch 16 Prozent angegeben, dass sie in den letzten fünf Jahren Diskriminierung erfahren hätten – das wäre ungefähr jeder sechste Mensch. „Das sind hochgerechnet 13 Millionen Menschen“, sagte Ataman.

Ataman stellt Jahresbericht vor: Große Bevölkerungsanteil von Diskriminierung betroffen

Es gebe zudem weitere Studien, die immer wieder zeigten, dass ein erheblicher Anteil der Bevölkerung schon einmal Diskriminierung erfahren habe – zum Beispiel die Hälfte der Menschen mit Behinderungen. Die meisten von der Antidiskriminierungsstelle registrierten Beratungs- und Diskriminierungsfälle betreffen laut Ataman den Arbeitsmarkt.

Es gehe dabei oft nicht um bösen Willen, sondern zum Beispiel darum, dass Leute jeweils Menschen einstellten, die ihnen ähnlich seien: „Das führt dazu, dass viele Menschen ausgeschlossen werden.“ Die Publizistin Ataman war Anfang Juli vom Bundestag zur neuen Antidiskriminierungsbeauftragten gewählt worden. Sie war vor allem aus den Reihen von Union, AfD und FDP wegen früherer Artikel und gelöschter Tweets attackiert worden.

Stephan Anpalagan wirft Medien und Parteien Hetzkampagne vor

Kolumnist Stephan Anpalagan warf den Parteien und manchen Medien in einem Gastbeitrag eine Hetzkampagne vor. „Nahezu alle Beiträge sind falsch, ausnahmslos alle Bezichtigungen, die ich bisher gelesen habe, sind geprägt von falschen Tatsachenbehauptungen. Ein veritabler Anteil der Texte würde einer juristischen Prüfung nicht standhalten“, schrieb Anpalagan damals.

Die Vorstellung des Berichts ist Atamans erster öffentlicher Auftritt in ihrer neuen Funktion. Vor ihrer Berufung war die Leitung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vier Jahre lang unbesetzt geblieben. Ihr sei sehr daran gelegen, alle Menschen mitzunehmen, betonte Ataman. Sie wolle eine „breite Allianz für Antidiskriminierung“ aufbauen. (mse mit AFP/dpa)

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