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Proteste in Kabul wegen zivilen Opfern.
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Proteste in Kabul wegen zivilen Opfern.

Anschlag auf afghanische CIA-Basis

Der Feind kam in Uniform

Ein Selbstmord-Attentäter tötet im Osten Afghanistans acht US-Bürger. Sieben der Opfer seien ihre Mitarbeiter gewesen, bestätigt die CIA. US-Präsident Barack Obama würdigt die Toten als "mutige Amerikaner".

Kandahar. Die radikalislamischen Taliban haben sich zu dem Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans bekannt, bei dem acht US-Bürger getötet wurden. "Wir übernehmen die Verantwortung für den Angriff", sagte Talibansprecher Sabiullah Mudschahid am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. US-Präsident Barack Obama würdigte am Donnerstag die Toten als "mutige Amerikaner" und Patrioten, die ein großes Opfer für ihre amerikanischen Landsleute erbracht hätten.

Nach US-Behördenangaben waren bei dem Anschlag in der ostafghanischen Provinz Chost acht US-Bürger getötet worden. Sieben der Opfer seien ihre Mitarbeiter gewesen, teilte die CIA am Donnerstag mit. Bereits die "Washington Post" hatte berichtet, dass CIA-Mitarbeiter betroffen seien. Ein Talibansprecher hatte davon gesprochen, dass 16 US-Bürger getötet worden seien. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte am Donnerstag, ein afghanischer Soldat habe das Attentat in der Provinz Khost nahe der pakistanischen Grenze im Auftrag der Aufständischen ausgeführt.

Der Attentäter hatte sich nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums am Mittwoch auf dem Gelände der Chapman-Militärbasis in Chost in die Luft gesprengt. Die Gegend gilt als Hochburg der Taliban.

Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf US-Regierungskreise, der Attentäter habe in einem Fitnessraum einen Sprengstoffgürtel gezündet. Die Opfer seien vermutlich Mitarbeiter der CIA. Ein Sprecher der Nato-Truppe Isaf sagte, es seien weder US-Soldaten noch andere Isaf-Kräfte verletzt oder getötet worden. Der Anschlag in der Nähe der pakistanischen Grenze sei der wohl folgenschwerste auf den US-Geheimdienst seit Beginn des Afghanistan-Krieges vor acht Jahren, berichtete die "Washington Post".

Laut "Washington Post" dient die Forward Operating Base Chapman in der Provinz Khost der CIA als Einsatz- und Überwachungszentrum für Operationen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Der Selbstmordattentäter habe seine Bombenweste in einem Fitness-Raum der Anlage gezündet. Bei den meisten Getöteten handele es sich um CIA- Angestellte oder Vertragsmitarbeiter. Auch mindestens ein afghanischer Zivilist sei ums Leben gekommen. Acht Menschen seien verletzt worden, einige davon schwer. Unklar sei, wie der Selbstmordattentäter unbemerkt auf das Gelände gelangen konnte, berichtete die Zeitung weiter.

Journalistin getötet

Unterdessen kamen bei einem weiteren Anschlag im Süden des Landes vier kanadische Soldaten und eine Journalistin ums Leben. Nach Berichten des kanadischen Fernsehens wurden sie getötet, als während einer Patrouille südlich von Kandahar ein Sprengsatz neben ihrem Fahrzeug explodierte.

Bei der getöteten kanadischen Journalistin handelt es sich laut kanadischem Fernsehen um die 34-jährige Michelle Lang vom "Calgary Herald", die erst seit gut zwei Wochen aus Afghanistan berichtete. Sie befand sich am Mittwoch zusammen mit den Soldaten auf einer Kontrollfahrt durch eine vermeintlich sichere Gegend im Süden Kandahars. Fünf Soldaten wurden bei dem Anschlag verletzt.

Die Reporterin ist den Berichten zufolge die zweite Zivilperson, die seit Beginn des kanadischen Afghanistan-Einsatzes 2002 getötetet wurde. Die Zahl der getöteten kanadischen Soldaten stieg damit auf insgesamt 138.

Nato-Luftangriff tötet Zivilisten

Bei einem Nato-Luftangriff in Südafghanistan sind am letzten Tag des Jahres offenbar außerdem mindestens acht Dorfbewohner ums Leben gekommen. Ein Sprecher der Provinzregierung von Helmand sagte, bei der Bombardierung eines Hauses seien zwei weitere Zivilisten verletzt worden. Erst am Wochenende waren bei einer Nato-Militäraktion in der Provinz Kunar zehn Zivilisten getötet worden, darunter acht Kinder. Zivile Opfer bei Militäraktionen gegen Aufständische sorgen immer wieder für Unmut in der Bevölkerung.

CIA weist Vorwürfe zurück

Nach der harschen Kritik von US-Präsident Barack Obama an Sicherheitspannen vor dem vereitelten Anschlag von Detroit hat der US-Geheimdienst CIA die Vorwürfe zurückgewiesen. Ein CIA-Sprecher sagte, der Geheimdienst habe mit anderen Regierungsstellen zusammengearbeitet und die Informationen über den verhinderten Attentäter weitergeleitet. Obama erwartete am Donnerstag zwei Berichte über die Hintergründe des Anschlagsversuchs.

CIA-Sprecher Paul Gimigliano räumte am Mittwoch ein, dass der Geheimdienst im November Informationen über den 23-jährigen Umar Farouk Abdulmutallab erhalten habe, als dessen Vater in der US-Botschaft in Nigeria vorstellig geworden sei. Danach habe der Geheimdienst mit der Botschaft zusammengearbeitet.

Die CIA habe dadurch sicherstellen wollen, dass Abdulmutallab in der entsprechenden Regierungsdatenbank aufgeführt werde als Person, die für Verbindungen zum Terrorismus anfällig sei und möglicherweise Verbindungen zu Extremisten im Jemen unterhalte, fügte der Sprecher hinzu.

Wichtige biographische Informationen über Abdulmutallab leitete der Geheimdienst demnach an das Nationale Anti-Terror-Zentrum (NCTC) weiter, das für die Aktualisierung der Listen mit Terrorverdächtigen zuständig ist. Ein US-Geheimdienstmitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur AFP, in dem Gespräch von Abdulmutallabs Vater mit CIA-Mitarbeitern in Afrika habe es jedoch keinen schlüssigen Hinweis dafür gegeben, dessen Sohn auf die Liste von etwa 4000 Verdächtigen zu setzen, für die ein Flugverbot in die USA gilt. (afp/dpa/kho)

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