Fehler des Managements festgestellt

Experte bewertet den Bericht der Wirtschaftsprüfer von KPMG.

Von LOTHAR SCHRUFF

Unicef erklärt die Berichterstattung der Frankfurter Rundschau über meine Stellungnahme zum KPMG-Bericht vom 14. Januar 2008 für falsch. In ihrer Stellungnahme vom 16. Januar führt Unicef aus:

"Anders als von der FR berichtet, spricht KPMG nirgendwo von Managementfehlern. Es ist völlig unverständlich, wie der von der FR zitierte Professur Lothar Schruff zu einer gegenteiligen Beurteilung wie die KPMG kommen und ohne eigene Prüfung per Ferndiagnose ,eindeutig gewichtige Managementfehler' feststellen kann."

Der Vorwurf der Ferndiagnose ist völlig aus der Luft gegriffen. Gegenstand meiner Stellungnahme war der mir vorliegende KPMG-Bericht. Es ging ausschließlich um die Fragestellung, ob das Prüfungsergebnis Unicef eindeutig entlaste.

In ihrer Stellungnahme verweist Unicef darauf, dass KPMG nirgendwo von Managementfehlern spricht. Zwar benutzt KPMG nicht das Wort "Managementfehler", beschreibt sie aber inhaltlich. Management bedeutet die Leitung und Führung von Unternehmen. Bei Unicef obliegt die Leitung offensichtlich dem alleinigen Geschäftsführer, der für das operative Geschäft zuständig und verantwortlich ist.

Ein Prüfungsgegenstand von KPMG war, ob "die bestehenden Regeln für die Vergabe, Durchführung und Kontrolle der Transaktionen eingehalten" wurden. Derartige Prozesse sind eindeutig dem Management zuzuordnen.

KPMG kommt hier zu dem Ergebnis, dass "in vier der fünf untersuchten Sachverhalte Verstöße gegen bestehende Regeln der Vergabe, Durchführung und Kontrolle von Transaktionen festgestellt" wurden. Damit ist auch die Behauptung von Unicef, ich komme "zu einer gegenteiligen Beurteilung wie die KPMG", falsch.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion