Ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Ministerin des Landes Nordrhein-Westfalen: Liselotte Funcke ist am 02.08.2012, im Alter von 94 Jahren gestorben.
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Ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Ministerin des Landes Nordrhein-Westfalen: Liselotte Funcke ist am 02.08.2012, im Alter von 94 Jahren gestorben.

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FDP-Politikerin Liselotte Funcke ist gestorben

Liselotte Funcke gehörte zum liberalen Urgestein der Bundesrepublik Deutschland. Die frühere Abgeordnete, Landesministerin und Bundestagsvizepräsidentin ist am Donnerstag im Alter von 94 Jahren gestorben.

Liselotte Funcke gehörte zum liberalen Urgestein der Bundesrepublik Deutschland. Die frühere Abgeordnete, Landesministerin und Bundestagsvizepräsidentin ist am Donnerstag im Alter von 94 Jahren gestorben.

Die FDP-Politikerin stammte aus einer alteingesessenen Hagener Unternehmerfamilie. Schon 1950 zog die Diplomkauffrau für die FDP in den Düsseldorfer Landtag ein. An der Seite von Willy Weyer und Walter Scheel gehörte sie zu den sogenannten Jungtürken, die 1956 CDU-Ministerpräsident Karl Arnold stürzten und für die erste sozial-liberale Koalition in Nordrhein-Westfalen sorgten.

Karriere zwischen Land und Bund

1961 wechselte sie in den Bundestag, dessen Vizepräsidentin sie von 1969 bis 1979 war. Ein Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit in Bonn war die Finanz- und die Steuerpolitik. Auch in der FDP machte Funcke Karriere, von 1977 bis 1982 war sie stellvertretende Parteivorsitzende.
1979 kehrte sie noch einmal in die nordrhein-westfälische Landespolitik zurück. Auf Wunsch ihrer Partei wurde sie Wirtschaftsministerin im Kabinett von Ministerpräsident Johannes Rau (SPD). Aber auch sie konnte nicht verhindern, dass die FDP bei der Landtagswahl 1980 knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Für Funcke endete damit ihre landespolitische Karriere.

„Unbeugsamer Einsatz für die gute Sache"

Einen Namen hat sich Funcke auch als Ausländerbeauftragte der Bundesregierung gemacht. Diese Aufgabe übernahm sie 1981 noch zu Zeiten der sozial-liberalen Koalition und blieb auch nach dem Schwenk der FDP zu Union im Amt. Sie sprach damals schon Themen an, die noch heute die Debatte beherrschen. So hob sie angesichts der absehbaren demografischen Probleme die positiven Effekte von Zuwanderern auf dem Arbeitsmarkt hervor.
Zunehmend geriet sie aber mit dem damaligen CSU-Innenminister Friedrich Zimmermann in Konflikt. 1991 gab sie ihren Auftrag an Kanzler Helmut Kohl (CDU) zurück und begründete dies mit mangelnder Unterstützung und der Konzeptionslosigkeit der Regierung in Fragen der Integration und Zuwanderung. Für ihren Einsatz als Ausländerbeauftragte erhielt sie Auszeichnungen aus der Türkei, aus Spanien, Italien und dem ehemaligen Jugoslawien.
Funcke sei nicht durch ihre Ämter geprägt worden, sondern habe ihren Ämtern ihren eigenen Stempel aufgedrückt, sagte Christian Lindner, Vorsitzender der NRW-FDP: „Ihr unbeugsamer Einsatz für die gute Sache - auch gegen politische Widerstände - hat sie als Ausländerbeauftragte der Bundesregierung zu einer anerkannten Dolmetscherin für die Belange von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Deutschland gemacht.“ (dpa,dapd)

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