Blutspende

FDP kritisiert Frist für Homosexuelle

  • Tim Szent-Ivanyi
    vonTim Szent-Ivanyi
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Die Partei sieht eine Diskriminierung bei Blutspenden und fordert eine höhere Aufwandsentschädigung.

Die FDP hat ihre Forderung bekräftigt, homo- und bisexuelle Männer bei der Blutspende nicht weiter zu diskriminieren. Es sei nicht gerechtfertigt, dass homo- und bisexuellen Männern eine Wartefrist von zwölf Monaten zwischen dem letzten Sexualverkehr mit einem Mann und einer Spende auferlegt werde“, heißt es in einem Forderungskatalog der FDP-Bundestagsfraktion zu Blut- und Blutplasmaspenden, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

„Dies stellt aus unserer Sicht eine unverhältnismäßige Diskriminierung dar, die realitätsfern ist, auf einem antiquierten Bild von homo- und bisexuellen Menschen basiert und einem faktischen Spendeverbot gleichkommt“, kritisiert die FDP darin.

In anderen Ländern seien die Regelungen aufgrund epidemiologischer Erkenntnisse längst gelockert. „Hier muss Deutschland endlich nachziehen“, forderte Helling-Plahr: „Ausschlaggebend muss auch hierzulande das tatsächliche Risikoverhalten jeder einzelnen Person sein, egal mit welcher sexuellen Identität.“

Angesichts der zunehmenden Engpässe bei der Versorgung mit Blutkonserven fordert die FDP, zudem die Höchstgrenze der Aufwandsentschädigung für Spender anzuheben. Die FDP-Gesundheitspolitikerin Katrin Helling-Plahr sagte dem RND, der derzeit übliche Maximalbetrag von 25 Euro gehe auf eine Empfehlung des „Arbeitskreises Blut“ des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus dem Jahr 1993 zurück. „Nach 27 Jahren ist eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung geboten. Unter Berücksichtigung der Preissteigerung wäre heute ein Betrag von 38 Euro angemessen“, sagte sie.

„Eine Kommerzialisierung der Blut- und Plasmaspende verbietet sich, trotzdem kann niemand erwarten, dass eine Person für die altruistische Blutspende sogar noch Kosten auf sich nimmt“, betonte Helling-Plahr. Deshalb müsse eine Aufwandsentschädigung die entstandenen Kosten kompensieren. Ob aber letztendlich überhaupt eine Entschädigung gezahlt werde und in welcher Höhe, solle weiterhin der jeweiligen Spendeeinrichtung überlassen bleiben, stellte die FDP-Politikerin klar.

In Deutschland zahlen private Spendedienste, Kliniken oder Pharmafirmen in der Regel eine Aufwandsentschädigung an die Spender. Der Marktführer, die Spendedienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), verzichten darauf, stellen aber einen Imbiss zur Verfügung. Das DRK hatte in den vergangenen Monaten mehrfach vor dramatischen Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven gewarnt.

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