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Kanada als Vorbild: FDP fordert mehr Zuwanderung in Deutschland

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Von: Moritz Serif

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Die FDP fordert ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild. Aktuell sind 1,93 Millionen Stellen offen, was einem neuen Höchststand entspricht.

Berlin – Fachkräfte sind gefragt – und stellenweise kaum verfügbar. Um den wachsenden Mangel in den Griff zu bekommen, drängt die FDP darauf, ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild im deutschen Einwanderungsrecht zu verankern. „Die kanadischen Erfahrungen zeigen, dass mehr als 60 Prozent der Einwanderer über diesen Weg gewonnen werden“, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Johannes Vogel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Deshalb dürfen wir im neuen Regelwerk den Weg der sogenannten selbst organisierten Einwanderung keinesfalls vernachlässigen.“

Unter selbst organisierter Einwanderung verstehen Fachleute einen Zugangsweg, auf dem Einwanderer:innen zwar einem gesetzlich definierten Anforderungsprofil entsprechen müssen. Allerdings stellt es nicht bereits im Voraus die Aussicht auf eine konkrete Arbeitsstelle im Zielland. Das setzt das deutsche Fachkräfteeinwanderungsrecht bisher im Regelfall voraus.

FDP will Fachkräftemangel Zuwanderung entgegnen

„Zu einem modernen Fachkräfteeinwanderungsrecht gehören beide Säulen“, betonte Vogel, der auch Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion ist. „Wir haben in Deutschland jetzt die Aufgabe, nicht nur die erste Säule zu stärken, sondern endlich auch die zweite hinzuzufügen. Sonst werden wir die nötigen Zahlen dauerhaft nicht erreichen.“

Johannes Vogel
Johannes Vogel möchte mehr Einwander:innen gewinnen. © IMAGO/Chris Emil Janssen

Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) hatten zu Beginn des Sommers erste Eckpunkte zur geplanten Reform des Fachkräfteeinwanderungsrechts skizziert, auf die sich die Ampelparteien im Koalitionsvertrag geeinigt hatten. Diese Vorschläge konzentrierten sich auf Reformen der „ersten Säule“, also der Fachkräfteeinwanderung mit konkretem Arbeitsplatzangebot.

Fachkräftemangel in Deutschland: 1,93 Millionen Stellen offen – neuer Höchststand

Diesen „ersten Aufschlag“ finde er gut, sagte Vogel dazu. „Die Richtung stimmt.“ Die FDP werde in den bevorstehenden Gesprächen in der Koalition aber auch die Rolle übernehmen, „auf dem Weg zu einem gemeinsamen Gesetzentwurf beharrlich zu erklären, warum ein Punktesystem als zweite Säule so wichtig ist.“

Laut einer kürzlich veröffentlichten Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gab es in Deutschland im zweiten Quartal des Jahres 1,93 Millionen offene Arbeitsstellen, was ein neuer Höchststand ist. Da der Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge näher rückt, erwarten Fachleute für die Zukunft eine Verschärfung von Arbeitskräfteknappheiten. (mse/KNA)

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