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Nach FBI-Razzia: Geheime Dokumente fehlen – Für Trump sieht es düster aus

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Von: Karolin Schäfer

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Eine Bestandsaufnahme der während der FBI-Razzia in Donald Trumps Anwesen sichergestellten Beweise wurde veröffentlicht. Einige vertrauliche Dokumente fehlen.

Washington, D.C. – Im Zuge einer Razzia in Donald Trumps Anwesen in Florida beschlagnahmte das FBI mehrere als vertraulich und geheim eingestufte Dokumente. Diese sollen nun von den US-Geheimdiensten geprüft werden. Erste Untersuchungen ergaben jetzt, dass einige sensible Regierungsdokumente nicht auffindbar sind.

Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge hat ein Gericht am Freitag (02. September) eine Bestandsaufnahme der in Mar-a-Lago sichergestellten Beweise veröffentlicht. Rund 13.000 Gegenständen wurden beschlagnahmt. Darunter befänden sich 90 leeren Ordner mit der Aufschrift „Geheim“ oder „Rückgabe an militärische Berater“.

Diese in einer Gerichtsakte des Justizministeriums vom 30. August 2022 enthaltene und von der Quelle teilweise unkenntlich gemachte Aufnahme, zeigt ein Foto von Dokumenten, die bei der Durchsuchung des Mar-a-Lago-Anwesens des ehemaligen Präsidenten Trump durch das FBI sichergestellt wurden.
Diese in einer Gerichtsakte des Justizministeriums vom 30. August 2022 enthaltene und von der Quelle teilweise unkenntlich gemachte Aufnahme, zeigt ein Foto von Dokumenten, die bei der Durchsuchung des Mar-a-Lago-Anwesens des ehemaligen Präsidenten Trump durch das FBI sichergestellt wurden. © Department of Justice/dpa

Nach FBI-Razzia: Leere Ordner in Trumps Büro entdeckt

71 leere Ordner sollen aus Trumps Büro und 19 leere Ordner aus einem Lagerraum beschlagnahmt worden sein, berichtete unter anderem The Guardian. Einen Auszug der Bestandsliste veröffentlichte der ehemalige Bundesstaatsanwalt Glenn Kirschner auf seinem Twitter-Account. Kirschner zeigte sich besorgt über die dutzenden fehlenden Dokumente. Trump habe keine leeren Ordner gepackt, um diese mit nach Florida zu nehmen. „Die Lage hat sich weiter verschlechtert“, schrieb der US-Anwalt.

Unter den sensiblen Regierungsdokumenten sollen sich nach Informationen von The Guardian auch Unterlagen des ehemaligen Präsidenten, Geschenke, Kleidung sowie Hunderte Ausschnitte von Zeitungen und Zeitschriften aus den Jahren 2008 bis 2020 befinden. Eine erste Überprüfung des beschlagnahmten Materials sei inzwischen abgeschlossen, eine vollständige Prüfung stehe aber noch aus, teilte das US-Justizministerium mit.

„Es sind die leeren Geheimordner, die uns am meisten Sorgen bereiten“, schieb der US-Anwalt und ehemalige Leiter der Abteilung für strafrechtlichen Betrug im US-Justizministerium Andrew Weissmann auf Twitter. Die leeren Ordner könnten darauf hindeuten, dass die vertraulichen Dokumente nicht wie vorgesehen zurückgegeben wurden. Ob die Dokumente noch gefunden werden, bleibt abzuwarten.

Nach FBI-Razzia in Mar-a-Lago: Ermittlungen gegen Trump

Alle Beweise über die Dokumente würden für strafrechtliche Ermittlungen gegen den früheren Präsidenten Trump verwendet werden, hieß es seitens des Justizministeriums in einem Statusbericht. Untersucht werden mögliche Behinderungen der Ermittlungen sowie mutmaßliche Verstöße gegen das Spionagegesetz.

Donald Trump äußerte sich bislang nicht zu der Veröffentlichung der Bestandsliste. „Die neue ‚detaillierte‘ Inventarliste beweist nur noch mehr, dass diese beispiellose und unnötige Razzia im Haus von Präsident Trump (...) eine Zerschlagung war“, zitierte The Guardian einen Trump-Sprecher.

Währenddessen hat Trump Probleme mit seinem Anwaltsteam im Fall der Durchsuchung und Beschlagnahmung der Geheimdokumente. Eine Verteidigungsstrategie gibt es bislang nicht. (kas)

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