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Versuchter Angriff auf FBI-Büro nach Trump-Razzia: Wer war der bewaffnete Mann?

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Von: Johanna Soll

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Ein Mann will in Cincinnati eine Außenstelle des FBI stürmen und wird von der Polizei erschossen. Inzwischen ist mehr über den Angreifer bekannt.

Cincinnati – Seit am Montag (8. August) im Anwesen des früheren US-Präsidenten Donald Trump eine Razzia stattfand und Dokumente sichergestellt wurden, warnen US-Sicherheitsbehörden vor der Verschärfung der Rhetorik seitens Trump, seiner Anhängerschaft und der Republikaner. In Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio hat am Donnerstag (11. August) ein bewaffneter Mann versucht, eine Außenstelle der US-Bundespolizei FBI zu stürmen und wurde anschließend von der Polizei erschossen.

Der Mann soll vor dem Bürogebäude eine Nagelpistole abgefeuert und ein halbautomatisches Gewehr bei sich gehabt haben, bevor er mit dem Auto in eine ländliche Gegend floh. Es kam zu einer Verfolgungsjagd, die damit endete, dass die Polizei den Mann erschoss. Zuvor soll er eine Waffe auf die Polizist:innen gerichtet haben. FBI-Einrichtungen in den gesamten USA überprüfen nach dem Vorfall ihre Sicherheitslage.

Ricky Shiffer soll beim Kapitolsturm dabeigewesen sein

Bei dem Getöteten soll es sich nach übereinstimmenden US-Medienberichten um den 42-jährigen Ricky Shiffer handeln. Er wurde verdächtigt, sich im Vorfeld des Sturms auf das Kapitol in Washington, D.C. aufgehalten zu haben. Wie die Associated Press (AP) unter Berufung auf eine Quelle berichtet, war Shiffer möglicherweise im Kapitol, als ein Mob aus Trump-Gefolgsleuten versuchte, den US-Kongress daran zu hindern, die Wahlergebnisse zu bestätigen.

Ein bewaffneter Mann griff in Cincinnati eine Außenstelle des FBI an und wurde später von der Polizei erschossen
Ein bewaffneter Mann griff in Cincinnati eine Außenstelle des FBI an und wurde später von der Polizei erschossen © Stefani Reynolds/AFP

Shiffer wurde nicht wegen Verbrechen im Zusammenhang mit dem Kapitolsturm angeklagt, doch AP zufolge untersuchen Ermittler:innen mögliche Verbindungen Ricky Shiffers zu rechtsextremen Gruppen wie den Proud Boys. Seine mutmaßlichen Social-Media-Konten, darunter bei Twitter und Truth Social, Donald Trumps rechtem Online-Netzwerk, scheinen nach dem Vorfall in Cincinnati gelöscht oder gesperrt worden zu sein.

Doch die New York Times fand anscheinend ein auf Facebook gepostetes Video von Ricky Shiffer, der in der Nacht vor dem Sturm auf das Kapitol an einer Pro-Trump-Kundgebung in Washington, D.C. teilnahm. Ein Twitter-Account mit dem Benutzernamen Ricky Shiffer veröffentlichte Beiträge über die Anwesenheit im Kapitolgebäude während des Angriffs und bestritt, dass es Trumps Unterstützer:innen waren, die das Gebäude stürmten, berichtet die New York Times.

FBI-Angreifer rief in sozialen Medien zu Gewalt gegen die „Tyrannei“ auf

In einem Tweet des entsprechenden Accounts hieß es: „Spart Munition, setzt euch mit den Proud Boys in Verbindung und erfahrt, wie sie es im Unabhängigkeitskrieg gemacht haben, denn sich der Tyrannei zu unterwerfen und gleichzeitig rechtmäßig zu protestieren, war nie der amerikanische Weg.“ Laut Vice News warnten inzwischen gelöschte Posts auf Truth Social, die anscheinend von Ricky Shiffers Account stammten, vor einer bevorstehenden Konfrontation mit dem FBI. Das Profil des Accounts beschrieb Shiffer als einen Bauelektriker, der laut Vice von anderen sozialen Medien gesperrt worden war.

„Leute, das ist es“, schrieb er. „Ich hoffe, ein Ruf zu den Waffen kommt von jemandem, der besser qualifiziert ist, aber wenn nicht, ist dies euer Ruf zu den Waffen von mir. Verlasst die Arbeit morgen, sobald das Waffengeschäft/Army-Navy-Geschäft/Pfandhaus öffnet, und holt euch, was ihr braucht, um bereit für den Kampf zu sein. Wir dürfen es diesmal nicht tolerieren. Sie haben uns darauf konditioniert, Tyrannei zu akzeptieren und wir müssen mit Gewalt antworten.“ (Johanna Soll)

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