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Sicherheitskontrolle bei der WM in Russland: Nicht jedem Fan geht es darum, Fußballspiele zu sehen.
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Sicherheitskontrolle bei der WM in Russland: Nicht jedem Fan geht es darum, Fußballspiele zu sehen.

Flüchtlinge

Mit dem Fan-Pass in die EU

  • Stefan Scholl
    VonStefan Scholl
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Mit einem Fan-Pass benötigt man kein Visum für Russland. Einige Migranten nutzen daher die Fußball-WM zur Einreise in die EU.

Das Dorf Ketrowaara in den Mischwäldern Kareliens hat nach der Volkszählung von 2013 noch 92 Einwohner, es gibt hier keine Fußballkneipe. Und das nächste WM-Stadion in Sankt Petersburg liegt 320 Kilometer entfernt, dort verlor am vergangenen Freitag Marokko sein erstes Spiel gegen den Iran. Aber wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete, griffen schon eine Woche vorher russische Grenzer bei Ketrowaara vier Marokkaner mit gültigen Eintrittskarten und Fan-Pässen auf. Die vier waren auf dem Weg zur fünf Kilometer entfernten finnischen Grenze, sie versuchten wie andere nicht ganz echte Fans, die WM zu nutzen, um über Russland in die EU zu gelangen. 

Nach Angaben des finnischen TV-Kanals Yle nahmen die Grenzbehörden Finnlands am vergangenen Wochenende drei weitere Marokkaner und einen Nigerianer mit einem gefälschten brasilianischen Pass fest, als sie versuchten, die Grenze zu überqueren. Sie alle erklärten, sie wollten um Asyl bitten. So wie ein weiterer nicht ganz echter Fußballfan ungenannter Nationalität, der sich auf dem Flughafen in Helsinki der Polizei stellte. Er sagte, er habe sich seine Eintrittskarte und den dazugehörigen Fan-Pass nur beschafft, um in Finnland Asyl beantragen zu können. Inhaber von Fan-Pässen können ohne Visum nach Russland einreisen.

Wie ein finnischer Grenzschutzoffizier gegenüber Yle sagte, sind Fußballfans als Flüchtlinge neu, beim Confed Cup im vergangenen Jahr habe man keine ähnlichen Versuche registriert. Allerdings zitierte die „Bild am Sonntag“ schon vor Tagen einen Bericht des Bundeskriminalamtes. Er warnt davor, dass Migranten die visafreie WM nutzen könnten, um über Russland illegal in die EU einzureisen. Laut Europol wurde diese Möglichkeit in einschlägigen sozialen Netzen eifrig diskutiert.

Mehrere WM-Migranten bemühen sich offenbar auch, über Weißrussland, das die Grenze zu Russland nicht kontrolliert, nach Polen und die baltischen EU-Staaten zu gelangen. Alexei Sitenkow von der weißrussischen Polizei teilte laut der Zeitung „Moskowski Komsomoljez“ mit, man habe in der Nacht im Grenzgebiet zu Litauen ebenfalls vier Marokkaner festgenommen, weitere Marokkaner in den zwei Tagen zuvor und an der polnischen Grenze einen Pakistaner.

Anton Bytschkowskij, Sprecher des weißrussischen Staatsgrenzkomitees, sagte, organisierte Schlepper köderten Migranten mit der Behauptung, der russische Fan-Pass erlaube ihnen auch die Einreise in die EU-Länder. Allerdings sind nach einer Woche WM gerade ein Dutzend „Fan-Migranten“ aktenkundig geworden. 

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