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Alexander Haig entging als Nato-Oberbefehlshaber in Europa nur knapp einem Attentat der RAF.

Nachruf auf Alexander Haig

Ein "Falke" ohne Fortune

Der US-Spitzenpolitiker Alexander Haig ist mit 85 Jahren gestorben. Gerade zwei Monate lang hatte er das höchste politische Amt seiner Karriere - das des US-Außenministers - inne.

Washington. Er hatte das höchste politische Amt seiner Karriere gerade zwei Monate inne, da stand Alexander Haig im Kreuzfeuer der Kritik. "Ich habe hier die Kontrolle", sagte der US-Außenminister unmittelbar nach dem Attentat auf Präsident Ronald Reagan vom 30. März 1981 - und übertrat damit deutlich seine Befugnisse.

Als Außenamtschef hielt sich der politische "Falke" gerade 18 Monate. In dieser Zeit versuchte er zwischen Großbritannien und Argentinien in deren Falkland-Disput zu vermitteln, ohne Erfolg. Im Sommer 1982 trat Haig zurück, wegen Differenzen mit Reagan über dessen Mittelamerika- und Iranpolitik. Auch bei seiner Bewerbung um das Weiße Haus 1988 scheiterte der Republikaner 1988. Die Wahl gewann damals George Bush senior.

1979, seinem letzten Amtsjahr als Nato-Oberbefehlshaber in Europa, entging er nur knapp einem Attentatsversuch der RAF im belgischen Mons. Zuvor hatte Haig - hochdekorierter Veteran der Kriege in Korea und Vietnam - tiefen Einblick in das Regierungs-Räderwerk erhalten: zunächst Anfang der 70er Jahre als stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater unter Präsident Richard Nixon. Im Mai 1973 wurde Haig Stabschef im Weißen Haus, auf dem Höhepunkt der Watergate-Affäre, die Nixon im August 1974 das Amt kostete. Haig gab den Posten einen Monat später ab. Am vergangenen Samstag starb er im Alter von 85 Jahren in Baltimore. (dpa)

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