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Fakten und Chronik zum Afghanistankrieg

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© REUTERS

Wie hat der Krieg begonnen? Wer war an diesem Krieg beteiligt? Wann schickte die Bundesregierung Soldaten in den Hindukusch? Welche Kosten sind bis heute zu vermelden? Antworten und Fakten.

Chronik

7. Oktober 2001: Die Operation „Enduring Freedom“ startet. Die USA und Großbritannien beginnen mit der Bombardierung Afghanistans, wo Osama bin Laden vermutet wird.

13. November 2001: Die Taliban fliehen, Kabul wird erobert.

5. Dezember 2001: Das Petersberger Abkommen mit einen Stufenplan zur Machtübergabe an eine demokratisch legitimierte Regierung wird in Bonn verabschiedet.

20. Dezember 2001: Der UN-Sicherheitsrat beschließt die Schaffung der Schutztruppe Isaf.

22. Dezember 2001: Die Übergangsregierung unter Präsident Hamid Karsai nimmt ihre Arbeit auf. Der Bundestag stimmt für eine Isaf-Beteiligung Deutschlands mit maximal 1?200 Soldaten.

11. August 2003: Die Nato übernimmt das Isaf-Kommando, 42 Länder sind an der Mission beteiligt.

9. Oktober 2004: Hamid Karsai gewinnt die erste Präsidentenwahl.

18. September 2005: Zum ersten Mal seit 1969 finden in Afghanistan wieder Parlamentswahlen statt.

9. März 2007: Deutschland stellt AWACS-Aufklärungsflugzeuge.

20. August 2009: Hamid Karsai wird wiedergewählt, es werden massive Betrugsvorwürfe laut.

4. September 2009: Auf Befehl des deutschen Offiziers Georg Klein bombardieren US-Flugzeuge zwei gestohlene Tanklaster. 142 Menschen sterben, darunter Zivilisten.

2. April 2010: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg räumt erstmals ein, dass man „umgangssprachlich von Krieg“ in Afghanistan sprechen kann.

26. November 2010: Der Afghanistan-Einsatz dauert neun Jahre und 50 Tage – so lang wie die Besatzung durch die Sowjetunion.

2. Mai 2011: Bin Laden wird in Pakistan von US-Soldaten getötet.

Aufbaukosten

Das Jahresbudget der afghanischen Regierung liegt bei 1,5 Milliarden US-Dollar. Wegen fehlender Gesetze und Kontrollen blühen Schattenwirtschaft und organisierte Kriminalität. Die Gesamtkosten der Wiederaufbauhilfe für Afghanistan belaufen sich bis Ende 2011 auf 69 Milliarden, versprochen waren 90 Milliarden Dollar. Die US-Hilfe von 2002 bis 2013 beträgt 59 Milliarden Dollar, die der EU acht Milliarden Dollar. Deutschland wendete bisher laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) 17 Milliarden Euro auf.

Bildung und Gesundheit

6,2 Millionen Kinder haben Zugang zur Bildung, rund 2,7 Millionen Mädchen können laut Oxfam die Schule besuchen – unter den Taliban waren es nur einige Tausend. 85 Prozent aller Afghanen haben Zugang zur von Gesundheitsfürsorge, etwa einem medizinischen Stützpunkt. Etwa 80 Prozent der Einjährigen wurden 2010 gegen Diphterie, Keuchhusten und Tetanus geimpft – 2000 waren es nur 30 Prozent.

Staatsaufbau

Afghanistan hat ein gewähltes Parlament und eine Regierung, eine 2004 verabschiedete Verfassung, die allen Bürgern gleiche Rechte garantiert – alles Dinge, die es unter den Taliban nicht gab. Es gibt jedoch noch immer kein funktionierendes, verlässliches Justizwesen. Infolge einer 2005 eingeführten Frauenquote sitzen heute 69 Abgeordnete im Parlament, wobei einige jedoch von ihren einflussreichen Männern dort postiert worden sein sollen. Im öffentlichen Dienst ist der Anteil von Frauen zwischen 2006 und 2010 von 31 Prozent auf 18,5 Prozent zurückgegangen. Es gibt nur eine Ministerin im Kabinett. Im Hohen Friedensrat, der mit den Taliban verhandelt, gibt es 70 Mitglieder – darunter nur neun Frauen.

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