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Wahl in Hessen: Nancy Faeser liebäugelt mit Kandidatur als Ministerpräsidentin

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Von: Pitt von Bebenburg

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Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin für Inneres und Heimat, ist zugleich Chefin der hessischen SPD.
Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin für Inneres und Heimat, ist zugleich Chefin der hessischen SPD. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundesinnenministerin Nancy Faeser könnte für das Amt der hessischen Ministerpräsidentin kandidieren. Die SPD steht hinter ihr, doch festlegen will sich keiner.

Wiesbaden – Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat deutliche Signale gegeben, dass sie im Herbst 2023 als hessische Ministerpräsidentin kandidieren könnte. Ob sie aber tatsächlich antritt, darauf hat sie sich noch nicht festgelegt.

Insofern kamen die Äußerungen ihrer ebenfalls aus Hessen stammenden Kabinettskollegin Christine Lambrecht (SPD), die sich am Freitag (20. Mai) für eine Spitzenkandidatin Faeser aussprach, überraschend. Der hessische SPD-Generalsekretär Christoph Degen nahm das Vorpreschen gelassen auf. Lambrecht habe nicht von Entscheidungen gesprochen, sondern nur von ihrem Wunsch, Faeser möge Ministerpräsidentin werden. „Das wünschen sich ja viele bei uns“, sagte Degen dieser Zeitung. Es bleibe dabei, dass die Partei erst im nächsten Jahr über die Personalie entscheide.

Die CDU wird voraussichtlich mit Boris Rhein in die Wahl gehen, der in einer Woche die Nachfolge von Ministerpräsident Volker Bouffier antreten soll, die Grünen womöglich mit Vize-Regierungschef Tarek Al-Wazir.

Ministerpräsidentenwahl in Hessen: Faeser in SPD stark unterstützt

Klar ist, dass die hessischen Genossinnen und Genossen sich über eine Kandidatur Faesers freuen würden. Das machte der starke Beifall beim Landesparteitag der Hessen-SPD vor Anfang Mai in Marburg deutlich. Die Delegierten jubelten, als die Politikerin aus Schwalbach betonte, trotz Terminen in Berlin und Brüssel habe sich „doch nichts geändert: Mein Herz ist in Hessen“. Faeser wurde mit einem starken Ergebnis als Landesvorsitzende der SPD bestätigt. Lambrecht war dem Parteitag ferngeblieben, was in der SPD aufmerksam registriert wurde.

Konkurrierende Parteien werden die SPD in den nächsten Monaten immer wieder drängen, dass Faeser sich erklären möge. So kommentierten die Landesvorsitzenden der Grünen, Sigrid Erfurth und Sebastian Schaub, nach dem SPD-Parteitag: „Die Hessinnen und Hessen haben ein Anrecht darauf zu erfahren, ob sich Nancy Faeser ganz um Hessen oder ganz um den Bund kümmern will.“ Die Bundesinnenministerin werde dauerhaft „nicht auf zwei Hochzeiten tanzen können“. (Pitt von Bebenburg)

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