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„Ich habe mich gemeldet, weil ich eine erschreckende Wahrheit erkannt habe“: Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen vor dem US-Kongress in Washington,Foto: Drew Angerer / POOL / AFP.
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„Ich habe mich gemeldet, weil ich eine erschreckende Wahrheit erkannt habe“: Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen vor dem US-Kongress in Washington,Foto: Drew Angerer / POOL / AFP.

Facebook

Facebook unter Druck: Whistleblowerin sagt vor US-Kongress aus

  • VonBjörn Hartmann
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Die frühere Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen fordert vor dem US-Kongress strenge Regulierung für soziale Netzwerke – beim Zuckerberg-Konzern hatte sie Zugang zu brisantem Material

Ein viel größeres Problem für Facebook als die Panne vom Montag sind die Interna, die seit Wochen aus dem Unternehmen bekanntwerden. Sie zeichnen das Bild eines gierigen Konzerns, der Profit über alles stellt, vor allem über Sicherheit der Nutzer:innen.

Eine ehemalige Mitarbeiterin, Frances Haugen, berichtete jetzt detailliert im US-Fernsehen darüber, was sie erlebt hat. Ihrer Ansicht nach kommt der Konzern trotz anderer Aussagen nicht damit voran, gegen Hass und Fehlinformationen (Fake News) vorzugehen. Die Kontrollen des Unternehmens hält sie für mangelhaft, selbst das erst 2020 eingesetzte Regulatory Board. Sie fordert die US-Parlamentarier:innen auf, gegen den Konzern strenger durchzugreifen.

Am Dienstagabend (Ortszeit) nach Redaktionsschluss wollte sie vor dem US-Kongress in Washington Fragen beantworten. Dabei steht der Foto- und Videodienst Instagram im Fokus. „Ich habe mich gemeldet, weil ich eine erschreckende Wahrheit erkannt habe: Fast niemand außerhalb von Facebook weiß, was innerhalb von Facebook passiert“, will Haugen einer vorbereiteten Erklärung zufolge aussagen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg News meldete.

Vorwürfe gegen Facebook: Instagram verursacht Essstörungen und Depression

Haugen zufolge ist es dem Konzern egal, welche Folgen die Inhalte, die Menschen bei Facebook und Instagram veröffentlichen, auf andere haben. So wisse Facebook aus einer eigenen Studie, dass Inhalte bei Instagram das Wohlergehen von Kindern beeinträchtigen, steuerte aber nicht gegen. Die interne Untersuchung, über die das „Wall Street Journal“ berichtete, kam zum Schluss, dass 32 Prozent der jungen Mädchen wegen Instagram noch unzufriedener mit ihrem Körper waren als ohnehin schon. Die Folge können Essstörungen und Depressionen sein.

2018 änderte Facebook den Algorithmus, der den zentralen Nachrichtenfluss auf der Seite steuert, also das, was Nutzenden als besonders interessant angezeigt wird. Das Unternehmen wertet seither Geschichten als wichtiger, die besonders viele Reaktion hervorrufen. „Es ist einfacher Menschen mit Wut anzustacheln als mit anderen Gefühlen“, sagte Haugen. „Facebook hat festgestellt: Wenn der Algorithmus sicherer ist, verbringen die Menschen weniger Zeit im sozialen Netzwerk und klicken weniger auf Anzeigen, Facebook verdient also weniger Geld.“

Haugen hatte bei Facebook Zugang zu brisantem Material

Haugen startete 2019 bei Facebook als Produktmanagerin im Integritätsteam. Bei Facebook sollte sie unter anderem gegen Manipulationen bei Wahlen vorgehen. Sie hatte deshalb Zugang zu brisantem Material. Die 37-Jährige arbeitete vorher rund zehn Jahre in der Techbranche, unter anderem für Google und den Fotodienst Pinterest. Im Mai hat sie das Unternehmen verlassen. Als Whistleblowerin gewährt der Staat ihr besonderen Schutz. Der Konzern spricht von grober Fehlinterpretation und verwahrt sich gegen Haugens Darstellungen.

Weltweit nutzen laut Konzernangaben monatlich mehr als drei Milliarden Menschen Dienste von Facebook, darunter das gleichnamige soziale Netzwerk, den Bilder- und Videodienst Instagram sowie den Nachrichtenservice WhatsApp. Facebook verdient sein Geld vor allem mit Werbung. Der Konzern wies allein im zweiten Quartal einen Gewinn von 10,4 Milliarden Dollar (rund neun Milliarden Euro) aus, bei einem Umsatz von 29 Milliarden Dollar. (Von Björn Hartmann, mit afp)

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