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GroKo will per Gesetz an Online-Passwörter

Facebook, Twitter, Instagram

GroKo will per Gesetz an Online-Passwörter - Opposition warnt vor Überwachungsstaat

Die Regierungspläne, Online-Plattformen in Einzelfällen zur Herausgabe von Passwörtern zu verpflichten, stoßen bei der Opposition im Bundestag auf einhellige Ablehnung.

  • Die Regierung will mittels eines neuen Gesetzes an Internet-Passwörter gelangen.
  • Dadurch will man besser gegen Hass-Kriminalität vorgehen können.
  • Von der Opposition hagelt es Kritik.

Berlin - Die Bundesregierung will sich mit einem neuen Gesetz Zugang zu Passwörtern von Online-Plattformen wie etwa Facebook oder Twitter verschaffen. Damit will man gegen Hass-Kriminalität vorgehen. Bei der Opposition stoßen die Pläne auf erheblichen Widerstand.

 „Passwörter sind Generalschlüssel zu unserem Leben“, warnte der stellvertretende FDP-Fraktionschef Stephan Thomae am Mittwoch bei einer Aktuellen Stunde. AfD und Linke warfen der Bundesregierung vor, sie wolle einen Überwachungsstaat errichten. Die Grünen sprachen von einem „rechtsstaatlichen Dammbruch“.

Der in der vergangenen Woche bekannt gewordene Referentenentwurf dient dem Kampf gegen Hasskriminalität im Internet. Er verpflichtet soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter unter anderem dazu, Hetze und Drohungen den Behörden zu melden. Um die Täter bei Bedarf zu identifizieren, sollen die Ermittler auch die Herausgabe der verschlüsselt gespeicherten Passwörter verlangen können.

Bundesregierung will an Online-Passwörter: Justizministerin verteidigt Pläne

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) verteidigte das Vorhaben im Bundestag erneut und betonte, vor einer Passwort-Herausgabe müsse in jedem Fall ein Richter die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme prüfen. Zudem könnten Staatsanwälte und Polizei schon heute die Herausgabe solcher Daten verlangen. Die bisherige Regelung werde nur präzisiert. Ferner versicherte Lambrecht, sie halte daran fest, dass Passwörter ausschließlich in verschlüsselter Form gespeichert werden. Wenn aber etwa wegen eines drohenden Terroranschlags ermittelt werde, müsse den Behörden die Möglichkeit gegeben werden, ein solches Passwort zu knacken.

Joana Cotar von der AfD sieht in dem Vorhaben hingegen einen „Kampf gegen das freie Internet“, mit dem man kritische Bürger mundtot machen wolle. Niema Movassat, Obmann der Linken im Rechtsausschuss, warnte vor einer „Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür“, und Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sprach in der Debatte vom „großen Lauschangriff im Netz“.

dpa

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