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Facebook: Millionen Deutsche könnten Anspruch auf Schmerzensgeld erhalten

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Facebook-Panne: 6 Millionen Deutsche könnten Anspruch auf Schmerzensgeld erhalten (Symbolfoto).
Facebook-Panne: 6 Millionen Deutsche könnten Anspruch auf Schmerzensgeld erhalten (Symbolfoto). © Andre M. Chang/dpa

Weil ihre Privatsphäre nicht ausreichend geschützt wurde, könnten sechs Millionen Deutsche möglicherweise einen Anspruch auf 1000 Euro Schmerzensgeld von Facebook haben.

Berlin - Im Frühjahr 2021 wurde eine riesige Datenpanne von Facebook öffentlich. Über eine halbe Milliarde Datensätze waren geklaut. Unter dem Diebesgut befanden sich viele Handynummern. Eine Welle von Spam-Anrufen und -SMS war die Folge. Betroffen waren auch sechs Millionen Nutzer aus Deutschland. Bereits damals stand im Raum, dass den Betroffenen nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Schadenersatz in Höhe von 1000 Euro zustehen könnte.

Diese Annahme bestätigen nun erste Gerichtsurteile, wie das Verbraucherportal chip.de berichtet. Die Rechtsexperten von Stiftung Warentest haben bereits Musterschreiben vorbereitet, mit dem Betroffene den Schadenersatz vom Facebook-Mutterkonzern Meta einfrodern können.

Facebook-Panne: Urteile sind noch nicht rechtskräftig

Wer von der Facebook-Panne betroffen ist, könnte das in den vergangenen Monaten durch einen vermehrten Anstieg an Spam-Anrufen oder -SMS bemerkt haben. Klarheit schafft eine Überprüfung mit der Web-App Have I Been Pwned. Tippen Sie dort Ihre Handy-Nummer im internationalen Format ein, also für deutsche Nummern erst „+49“, dann lassen Sie die „0“ Ihrer Handy-Nummer weg und tippen den Rest ohne Leerstellen oder andere Zeichen ein. Klicken Sie dahinter auf „pwned?“.

Erscheint jetzt eine rote Meldung „Oh no - pwned“, dann ist Ihre Nummer Teil eines geklauten Datensatzes. Scrollen Sie ein bisschen nach unten, dann wird auch angezeigt, in welchem Zusammenhang die Nummer auftaucht.

Die ersten Urteile zur Facebook-Datenpanne sind bereits gefallen. Allerdings sind die Urteile noch nicht rechtskräftig. Teilweise hat Meta auch Einspruch eingelegt. Tausende Klagen laufen bereits über deutsche Rechtskanzleien, berichtet chip.de. Die Rechtsexperten der Stiftung Warentest empfehlen, dass Betroffene ohne Anwälte Schadensersatz vom Facebook-Mutterkonzern Meta fordern. Ihr Musterschreiben kann bei der korrekten Formulierung der Schadenersatzforderung helfen. Zudem empfehlen die Experten, als Beleg einige Spam- oder Viren-Mails mitzuschicken – oder Screenshots von unerwünschten SMS. (jfw)

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