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Fabio De Masi (40), ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Bundestag. Foto: Britta Pedersen/dpa
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Fabio De Masi (40), ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Bundestag.

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Fabio de Masi: Abschied mit Biss

  • Fabian Scheuermann
    VonFabian Scheuermann
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Finanzexperte der Linkspartei kandidiert nicht mehr für den Bundestag - und kritisiert den Kurs der Partei

Ein wichtiger Kopf der Linkspartei wird nach der Wahl im September nicht mehr im Bundestag vertreten sein: Der finanzpolitische Sprecher und stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Fabio De Masi, gab am Mittwoch bekannt, dass er nicht mehr kandidieren wird. Und die Erklärung, die der 40-Jährige aus Hamburg-St. Pauli mit dieser Ankündigung ins Netz stellte, dürfte in seiner Partei noch für Diskussionen sorgen.

Zwar zieht sich De Masi vor allem zurück, um mehr Zeit für seinen Sohn zu haben. Doch nutzt er den Schritt für eine Abrechnung mit Teilen seiner Partei. Sieben Monate vor der Wahl steht damit eine bekannte Bruchlinie der Linken wieder im Rampenlicht.

De Masi hat sich als Finanzexperte und ehemaliger EU-Parlamentarier mit Kritik an der europäischen Geldpolitik, an Cum-Ex-Geschäften oder zuletzt im Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal parteiübergreifend viel Anerkennung erarbeitet. Nun kritisiert er, dass es nicht genug Leute in seiner Partei gebe, die sich für solche Themen interessierten. Dass sein Sohn so zurückstecken musste in den vergangenen Jahren, habe auch damit zu tun gehabt, dass es „zu wenig Personal in unserer Partei und unserer Fraktion gab, das bereit war, sich für die ökonomischen Debatten unserer Zeit zu interessieren. Ich habe versucht, dies durch mein Engagement auszugleichen“.

Für eine Partei, die für sich verbucht, die Flagge der Kapitalismuskritik hoch zu halten, ist diese Kritik herb. Zumal, wenn sie vom eigenen finanzpolitischen Sprecher im Bundestag stammt. Doch De Masi, ein Wegbegleiter Sahra Wagenknechts und Mitbegründer ihrer „Aufstehen“-Bewegung, geht noch weiter: „Auch die beste Finanzpolitik bringt uns nicht weiter, wenn (...) die Partei aufgrund strategischer Fehler und Erscheinungsbild schwächelt.“

Fragen zu Moral und Haltung nähmen zu viel Raum ein, man dürfe die Sorgen der Arbeiterschaft nicht vernachlässigen. „Die Debatten (...) in den akademischen Milieus, die Codes der digitalen Empörung und Hashtags (...) sind dafür kein Ersatz“, schreibt De Masi.

Eine Rückkehr zur Politik schließt der Sohn eines italienischen Gewerkschafters und einer deutschen Sprachlehrerin nicht aus: Er komme wieder, „wenn meine Partei dies wünscht und ich neue Kraft tanken konnte!“

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