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Explosionen nahe der Botschaft

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© dpa-Grafik

Britische Vertretung in Bagdad unbeschädigt / Neue US-AktionIn der Nähe der britischen Botschaft in Bagdad sind in der Nacht zum Montag zwei Sprengsätze explodiert. egen der anhaltenden Angriffe haben die US-Streitkräfte eine neue Militäraktion gegen Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein begonnen. Mehr dazu im Dossier Irak nach dem Krieg

BAGDAD/BASRA, 11. August (dpa/ap/rtr). Die Militäroperation "Ivy Lightning" (Efeu-Blitz) sei ein "chirurgischer Schlag in abgelegenen Städten", um Truppen und Anhänger des früheren Regimes "zu isolieren und zu fangen, die Angriffe auf die Streitkräfte der Koalition planen", sagte Oberstleutnant William Macdonald von der 4. Infanterie-Division in Tikrit. Die Operation konzentriere sich auf Kara Tappa, rund 130 Kilometer nördlich von Bagdad. Die Streitkräfte setzten dabei "Apache"-Hubschrauber und Panzer ein. Die US-Militäraufklärung geht laut Macdonald davon aus, dass sich um Kara Tappa hochrangige Anhänger Saddams versteckt halten, die wegen der US-Angriffe auf Tikrit von dort geflohen seien.

Bei dem Anschlag nahe der britischen Botschaft im Bagdader Stadtteil Salhija wurde das Botschaftsgebäude nicht beschädigt. Nach Angaben von Augenzeugen wurde ein Lastwagenfahrer verletzt.

In Bagdad wurden am Montag acht Mitglieder des Obersten Irakischen Gerichtshofes vereidigt. Die Richter waren vor zehn Jahren von Saddam Hussein aus dem Dienst entfernt worden, weil sie sich geweigert hatten, die Todesstrafe gegen einen Mann zu verhängen, der einen Bekannten von Saddams Sohn Udai getötet haben sollte.

Der arabische TV-Sender Al Dschasira berichtete, ein US-Soldat habe in Bagdad versehentlich zwei irakische Polizisten erschossen. Nach Informationen des Senders griffen Iraker am Montag US-Soldaten am zentralen Tahrir-Platz mit Handgranaten an. Augenzeugen sagten, mehrere Soldaten und irakische Zivilisten seien verletzt worden.

Nach Angaben Al Dschasiras forderten in der Stadt Nasirija rund 3000 Demonstranten den Rücktritt des neu eingesetzten Gemeinderats, weil dieser nur die Interessen der Besatzungsmacht vertrete. Zu der Demonstration hatten islamische Parteien aufgerufen.

Nach den gewalttätigen Protesten vom Wochenende stellten die britischen Truppen am Montag in Teilen der südirakischen Hafenstadt Basra die Stromversorgung wieder her. Auch hätten die Tankstellen aus Beständen der britischen Armee neue Lieferungen erhalten, um die Demonstranten zu beruhigen, erklärte ein Sprecher der alliierten Truppen. Soldaten überwachten den Verkauf des Treibstoffs, um Wucherpreise zu verhindern.

Der Provisorische Regierungsrat in Irak will die 55 von den USA am meisten gesuchten Mitglieder des Regimes von Saddam Hussein in Irak vor Gericht stellen. Ein Komitee solle die Verfahrensregeln ausarbeiten, kündigte der Vorsitzende des Gremiums, Ibrahim el Dschafari, in Bagdad an. Bislang sind 39 der 55 Gesuchten in US-Gewahrsam.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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