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Flughafen Frankfurt

"Ewig auf dem Rollfeld"

Mallorca-Rückkehrer berichten: Nur fünf Minuten vom Hotel entfernt geht die Bombe hoch. Die Rückkehrer tragen allesamt Anti-Schweinegrippen-Masken - doch der aktuelle Schreck sitzt tiefer. Von Jana Schulze

Von Jana Schulze

Als hätten sie den Anschlag geahnt: "Mallorca 2009: Wir haben es überlebt" steht auf den braun-gelben T-Shirts einer fünfköpfigen Familie, die gestern gegen 21.20 Uhr endlich die Tür zur Gepäckabholung am Frankfurter Flughafen hinter sich lassen konnte. Mit fast drei Stunden Verspätung landete die Condor 7399 als erste Mallorca-Maschine wieder auf hessischem Boden. Eine Stunde und 40 Minuten hatten die spanischen Sicherheitskräfte den Flughafen von Palma komplett dicht gemacht. Kein Flieger nirgend wohin und nirgendwo her.

"Wir standen schon auf dem Rollfeld in Mallorca", erzählt Marcel Pfenning, der mit seinen fünf Freunden, die allesamt Anti-Schweinegrippen-Mundschutzmasken tragen, durch Tür B1 kam. "Dann sind wir wieder zurückgerollt. Erst hieß es, wir müssen bis 22 Uhr abwarten und werden kontrolliert. Dann ging es nach drei Stunden ohne Kontrolle endlich los." Die Stelle, an der die Bombe hochgegangen ist, sei fünf Minuten von ihrem Hotel entfernt gewesen. "Das ist schon erschreckend - wenn wir nur zehn Minuten früher daran vorbei gefahren wären ..."

Aufgeregt hüppelt Nelli Unruh aus Duisburg vor Tür B1 hin und her, bevor die ersten Mallorca-Rückkehrer ankommen. Von ihrer 19-jährigen Tochter Jessi, mit Freundinnen auf Mallorca-Trip, sei Mittags eine SMS gekommen: "Komme später, hier gibt’s ne Bombendrohung, Flughafen ist gesperrt. Habe voll Hunger."

Mutter Unruh denkt zu erst an einen Scherz, dann hört sie von dem Attentat im Radio, telefoniert mit Bekannten. "Klar ist man da erst einmal geschockt, Tränen fließen", erzählt die Frau.

Viele SMS werden zwischen deutschem Festland und spanischer Insel hin und her geschickt, dann ist die Duisburger Mutter beruhigter. Endgültiges Aufatmen dann in Frankfurt, als sie ihre Jessi in den Arm nimmt.

"Dass sie uns überhaupt ins Flugzeug reingelassen haben, finde ich ja unmöglich", schimpft eine Frau, kaum dass sie das Gepäckband 50 Meter hinter sich gelassen hat. Auch sie saß mit ihrer Tochter stundenlang im Flugzeug auf dem Rollfeld von Son San Juan fest.

"Erst hieß es, die Polizei werde unser Flugzeug auf Bomben untersuchen, dann kamen sie doch nicht."

Immer wieder beklagten sich gestern auch Mallorca-Touristen über Fehlinformationen - etwa zu Anschlussflügen. Insgesamt kamen vier Jets aus Mallorca mit mindestens zwei Stunden Verspätung in Frankfurt an. Zwei hoben mit fast drei Stunden Verspätung gen Insel ab. Deutschlandweit betroffen waren 27 Maschinen von Air Berlin und fünf von Condor.

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