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Wer wählt eigentlich die AfD? Studie gibt Einblick

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Kurz vor der Europawahl pendelt sich die AfD in Umfragen zwischen SPD und Grünen ein. Dabei kann die Partei vor allem auf eine Personengruppe setzen.

Berlin – Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag von RTL und ntv das AfD-Wählerprofil seziert. Das zeigt eine klare Tendenz: Der typische deutsche AfD-Wähler ist ein mittelalter Arbeiter aus der Kleinstadt.

AfD auch bei der Europawahl beliebt

Insgesamt liegt die Partei von Alice Weidel und Co im RTL/ntv-Trendbarometer aktuell bei 15 Prozent. Damit befindet sie sich hinter der SPD (16 Prozent), aber noch vor den Grünen (13 Prozent). Klarer Sieger bei einer anstehenden Bundestagswahl wäre die CDU mit 32 Prozent. Auch für die Europawahl kann die AfD laut Forsa-Umfrage vom März den gleichen Wert verzeichnen. Eine aktuelle Insa-Umfrage sieht sie sogar bei 17 Prozent. Eine vergleichende Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung bestätigte schon 2014: Das nationale Meinungsklima spiegelt sich auch im Wahlverhalten für die Europawahl wider.

Die AfD-Bundesvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden der AfD Alice Weidel (li) und Tino Chrupalla bei einem Pressestatement vor Beginn der AfD Fraktionssitzung.
Alice Weidel (li) und Tino Chrupalla. © Britta Pedersen/dpa

In Bezug auf die AfD schrieben die Autorinnen damals, die Partei scheine „ein diffuses Protestpotenzial zu bündeln, das aus allen politischen Lagern kommt“. Dies bewahrheitet sich zehn Jahre später: Laut Trendbarometer kann die AfD vor allem bei Abwanderern aus der FDP und den Freien Wählern punkten, aber auch ehemalige Unions- und SPD-Wähler könnten sich bei ihrem nächsten Kreuz für die AfD entscheiden. Auch die Protesteinstellung spielt nach wie vor eine große Rolle: Nach den Demonstrationen gegen Rechts Anfang dieses Jahres und die andauernden Skandale hat die Partei stark an Schwung verloren. Im Dezember stand sie noch bei 23 Prozent.

Der typische AfD-Wähler ist ein Mann

Doch wer sind die, die trotzdem an der AfD festhalten? Der Forsa-Befragung zufolge gibt es eindeutige Standortfaktoren, die mit dem Wahlverhalten korrelieren. So kann die AfD die meisten Leute in Orten mit unter 5.000 Einwohnern ansprechen (19 Prozent). Am geringsten ist die Wahlbereitschaft in Orten mit über 50.000 Einwohnern - hier liegt sie bei nur 11 Prozent. Zudem würden mehr Wähler in Ostdeutschland (27 Prozent) ihr Kreuz bei der AfD setzen als im Westen der Bundesrepublik (13 Prozent).

Generell ist die Zustimmung zur Partei bei Männern deutlich höher als bei Frauen – und das über alle Altersgruppen hinweg. Die besten Werte kann die AfD, die kürzlich als rechtsextremistischer Verdachtsfall bestätigt wurde, bei Männern zwischen 30 und 44 Jahren einfahren. 23 Prozent aus dieser Gruppe würden sie gerne im nächsten Bundestag sehen, bei den Frauen im gleichen Alter waren es nur 15 Prozent. Unter den Jüngsten und Ältesten ist die Partei jedoch nicht so beliebt. Nur 18 (Männer) beziehungsweise neun Prozent (Frauen) der 18- bis 29-Jährigen gab an, für die AfD stimmen zu wollen. Bei den Rentner:innen sind es 15 und sieben Prozent.

Sympathisanten kommen zudem zu 38 Prozent aus der Arbeitsschicht und haben eher einen unteren bis mittleren Bildungsabschluss. Auch die Konfession spielt eine Rolle: Katholiken und Protestanten haben mit zehn und 13 Prozent einen geringeren Stimmanteil als Konfessionslose mit 20 Prozent. (ah)

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