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Jetzt geht's ans Auszählen: Briefwahlunterlagen der Europawahl.

Europawahl 2019 

Groko-Parteien brechen dramatisch ein

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Bei der Europawahl werden Union und SPD böse abgestraft. Die Grünen lassen die Sozialdemokraten weit hinter sich. 

Europa hat gewählt – doch wie weitreichend die Folgen dieser Wahl für Deutschland und für die EU sein werden, wird sich in vollem Umfang wohl erst in den kommenden Tagen zeigen.

Während die Wahllokale in einigen EU-Mitgliedstaaten bis in den späten Abend geöffnet waren, zeigte sich, dass Christ- und Sozialdemokraten im Vergleich zu 2014 an Stimmen eingebüßt haben und rechte EU-Kritiker in mehreren Ländern zulegen konnten. Liberale und grüne Parteien profitieren von der Schwäche der Großen. Insgesamt konnten die europafreundlichen Parteien aber damit rechnen, auch im neuen EU-Parlament rund zwei Drittel der Sitze zu erhalten.

Für Deutschland zeichnete sich nach ersten Hochrechnungen ab, dass Union und SPD die jeweils schlechtesten Ergebnisse aller Zeiten bei einer Europawahl einfahren würden. Die Sozialdemokraten traf es dabei besonders hart: Sie fielen deutlich hinter die Grünen zurück. In Bremen wurde das Landesparlament neu gewählt, und die SPD drohte erstmals seit Kriegsende die Macht im kleinsten Bundesland zu verlieren. Dass ihr deutsches EU-Wahlergebnis trotz prominenter Spitzenkandidatin, der bisherigen Bundesjustizministerin Katarina Barley, kein Ruhmesblatt werden würde, war sehr bald klar.

Neu war, dass sich CDU und CSU auf einen gemeinsamen Spitzenkandidaten geeinigt hatten: Manfred Weber, der auch die EVP im Wahlkampf anführte. Trotzdem stehen beide deutschen Volksparteien schwächer da denn je – wovon die kleineren Parteien profitieren. Besonders die Grünen konnten ihren langen Höhenflug in Stimmgewinne umsetzen und wurden klar zweitstärkste Kraft.

Offen blieb bis in die Nacht, wie sich das Europäische Parlament konkret zusammensetzen wird und ob einer der Spitzenkandidaten eine Mehrheit finden wird, um Kommissionspräsident zu werden. Gegen CSU-Mann Weber war für die Sozialdemokraten der Niederländer Frans Timmermans angetreten. Bei den Wahlen in seinem Land hatte es seine Partei geschafft, zur stärksten Kraft zu werden.

Zugewinne gegenüber der Wahl 2014 erreichten rechtspopulistische Kräfte nun unter anderem in Italien, Frankreich sowie in Großbritannien. In Österreich büßte die rechtspopulistische FPÖ nach der Regierungskrise leicht ein, während die Regierungspartei von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) deutlich gestärkt wurde. Die SPÖ fiel weiter zurück. Ein Trend zeigte sich in den meisten EU-Staaten: Die Wahlbeteiligung lag fast überall höher.

Die Wahl auf FR.de 

Die Frankfurter Rundschau informiert Sie über alle Ergebnisse und berichten vor allem über die Europawahl in Hessen. Über eine interaktive Karte können Sie jederzeit die Liveergebnisse aus allen 423 hessischen Gemeinden abrufen.

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