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Europäischer Gerichtshof: Griechenland muss Geflüchteten Entschädigung zahlen

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Von: Moritz Serif

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In Griechenland starben geflüchtete Menschen. Der Staat ließ sie sterben
In Griechenland starben geflüchtete Menschen. Der Staat ließ sie sterben (Archivbild). © Andriana Soldatou/dpa/picture alliance

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte kommt zu dem Schluss, dass Griechenland für unterlassene Hilfeleistung verantwortlich ist.

Straßburg – Griechenland muss wegen unterlassener Hilfeleistung für ertrunkene geflüchtete Menschen 330.000 Euro Strafe zahlen. Dieses Urteil fällte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Eine Überlebende hatte gegen den Staat geklagt. Ihr Holzkahn war im Beisein der griechischen Küstenwache nahe der Insel Farmakonisi gekentert.

Elf Menschen ertranken, da die Küstenwache keine Rettungsmaßnahmen ergriff. Der EGMR kam zu dem Schluss, dass das Recht auf Leben verletzt worden sei. Zudem hätten die Überlebenden auf Farmakonisi eine erniedrigende Behandlung erfahren - sie mussten sich unmittelbar nach der Landung vor zahlreichen Zuschauern nackt ausziehen.

Europäischer Gerichtshof: Griechische Küstenwache ließ Menschen ertrinken

Wegen lückenhafter griechischer Ermittlungen ließe sich nicht mehr aufklären, ob ein Pushback zu dem Kentern des Schiffes und dem Tod der Menschen führte. Das Gericht machte aber unzweifelhafte Versäumnisse der Küstenwache geltend. So fehlten auf dem Schnellboot nötige Rettungsausrüstung und Schwimmwesten; es wurde keine Verstärkung angefordert. (mse/dpa)

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