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Das Knöllchen wegen Falschparkens fällt in Europa unterschiedlich hoch aus - von 5 Euro in Bulgarien bis zu 200 Euro in Spanien.

Europa-Vergleich

Falschparker kommen gut weg

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Mit welchen Strafen müssen Verkehrssünder in anderen europäischen Ländern rechnen? Ein Überblick.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will mit seiner Reform der Straßenverkehrsordnung Radfahrer unterstützen und Verstöße gegen die Rettungsgasse strenger ahnden. Der CSU-Mann plant höhere, wirksame Geldbußen für das unerlaubte Halten auf Schutzstreifen sowie für das verbotswidrige Parken in zweiter Reihe und auf Geh- und Radwegen. Derzeit kostet ein Verstoß 15 Euro, er soll auf bis zu 100 Euro erhöht werden. Zudem soll das unerlaubte Nutzen einer Rettungsgasse ähnlich geahndet werden wie das Nichtbilden einer Rettungsgasse. Bei Missachtung sollen 200 bis 320 Euro fällig werden. Zudem drohen dafür in Zukunft zwei Punkte im Fahreignungsregister.

Wie stellt sich die Lage in anderen europäischen Ländern dar? In Österreich sind die Strafen deutlich höher. Für das Nichtbilden der Rettungsgasse werden bis zu 726 Euro fällig. Sollten Einsatzfahrzeuge beim Durchfahren der Gasse behindert werden drohen sogar bis zu 2180 Euro Strafe. Auch in der Schweiz, Tschechien und in Luxemburg sind Rettungsgassen Pflicht. In Frankreich und Spanien gibt es keine vergleichbare Regelung wie in Deutschland. Die Rettungsfahrzeuge müssen jedoch grundsätzlich an den stehenden Autos vorbeifahren können. Auch in Italien und den Niederlanden gelten keine speziellen Vorschriften, in Großbritannien wird der Seitenstreifen als Rettungsgasse verwendet.

Im europäischen Vergleich kommen Parksünder in Deutschland günstig weg. Auffällig ist die Spannweite der Bußgeldhöhe. In Bulgarien kommen Falschparker in einigen Fällen mit einer Strafe von nur fünf Euro davon. Im Norden von Europa ist Falschparken hingegen richtig teuer: In Dänemark kostet ein Verstoß laut ADAC mindestens 70 Euro, in Norwegen mindestens 80 Euro In den Niederlanden werden wenigstens 95 Euro fällig – abhängig vom jeweiligen Vergehen kann es noch deutlich teurer werden. In Ungarn kann das Bußgeld bis zu 165 Euro betragen. Die spanischen Behörden verlangen bis zu 200 Euro – das ist der Spitzenwert in Europa. In Frankreich und Österreich starten die Geldstrafen dagegen schon bei 15 beziehungsweise 20 Euro. In Großbritannien muss lediglich die Hälfte der Strafe gezahlt werden, wenn innerhalb von 14 Tagen das Bußgeld überwiesen wird.

In den sozialen Netzwerken fordern einige Nutzer eine noch stärkere Bestrafung von Verkehrssündern. Andere User wünschen sich hingegen eine härtere Bestrafung der Radfahrer. Diese würden häufiger als Autofahrer die Regeln missachten.

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