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Größter erfolg für Ungarn: Andras Kallay-Saunders mit dem Lied „Running“ 2014.

Eurovision SongContest

Ungarn sagt ESC-Teilnahme ab - „homosexuelle Flottendemonstration“

Ungarn sagt seine Teilnahme am kommenden ESC ab. Der Schritt wird „als fachliche Entscheidung“ begründet. Andere sehen einen homophoben Hintergrund. 

Ungarn hat seine Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC) abgesagt. Die staatliche ungarische Medienholding MTVA begründete diesen Schritt am Donnerstag mit einer „fachlichen Entscheidung“: Man wolle stattdessen „die Talente der ungarischen leichten Musik und die von diesen hervorgebrachten wertschaffenden Produktionen“ fördern. 

Die Holding wies zugleich den Vorwurf zurück, Ungarn meide den europäischen Wettbewerb, weil er bisweilen eine homosexuelle Ästhetik transportiere. Diesen Verdacht hatten mehrere westeuropäische Medien geäußert. 

ESC - Ungarn sagt Teilnahme ab

MTVA, zu der auch das ungarische Staatsfernsehen gehört, wies entsprechende Berichte als Unterstellung zurück: „Diese auf sexuelle Orientierungen verweisenden Medienmeinungen verletzen die Menschenwürde, die presseethischen Normen und den Rechtsstaat“, schrieb MTVA nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MTI. „Allerdings kommt die Frage auf, warum dies die darüber berichtenden Medien tun.“

„Wir wollen feststellen, dass wir im Zusammenhang mit keinerlei Produktion, Ereignis oder Veranstaltung auf irgendjemandes sexuelle Orientierung achten“, schrieb die staatliche Medienholding weiter. 

Journalist zu ESC: „homosexuelle Flottendemonstration“

Hintergrund der Homophobie-Vorwürfe war eine Aussage des regierungsnahen Journalisten Andras Bencsik über den ESC. Dieser sei eine „homosexuelle Flottendemonstration“, sagte er Ende Oktober in einer Talkshow des regierungsnahen Privatsenders HirTV.

Ungarn dürfe „aus mentalhygienischen Gründen“ daran nicht teilnehmen. „Kreischende Transvestiten und bärtige Frauen“ hätten beim ESC „den Geschmack des Publikums verwüstet“, sagte Bencsik weiter. „Vergessen wir doch dieses mit Conchita Wursts belastete, geschmacklose, forcierte, propagandistische Festival des Andersseins.“

Conchita Wurst - Siegerin des ESC 2014

Wegen Conchita Wurst hatte 2014 bereits Weißrussland zum ESC-Boykott aufgerufen. Die „Legion Aljaksandr Lukaschenka“ hatte einen Ausstrahlungsverbot gefordert mit der Begründung, der populäre internationale Wettbewerb sei mithilfe der europäischen Liberalen zu einem „Brutherd der Unzucht“ verkommen. Conchita Wurst, von Österreich zum ESC entsendet, hatte den Contest seinerzeit in Kopenhagen für sich entscheiden können.  

Ungarn nahm seit 1994 am ESC teil. Größter ungarischer ESC-Erfolg der vergangenen zehn Jahre war 2014 Platz fünf hinter Conchita Wurst mit dem Lied „Running“, das Andras Kallay-Saunders darbot. (FR mit dpa)

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