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Ein Wahlzettel der Bundestagswahl auf dem die Spalten für die Erststimme und die Zweitstimme zu sehen sind.
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In der linken Spalte des Wahlzettels der Bundestagswahl 2021 setzen Wahlberechtigte ihr Kreuz für die Erststimme ab. Auf der rechten Seite wählen sie mit der Zweitstimme eine Partei. (Symbolfoto)

Wahlen

Erststimme und Zweitstimme bei der Bundestagswahl 2021: So funktioniert die Stimmabgabe

  • VonMax Schäfer
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Bei der Bundestagswahl 2021 haben Wahlberechtigte zwei Stimmen. Aber was bedeuten eigentlich die Erststimme und die Zweitstimme? Alles Wichtige.

Frankfurt/Berlin – Alle vier Jahre wählen die Bürger:innen die Abgeordneten im Bundestag. Die Bundestagswahl 2021 findet am 26. September statt. Dabei haben Wähler:innen zwei Stimmen: die Erststimme und die Zweitstimme. Die beiden Stimmen unterscheiden sich in ihrer Funktion. Mit der Erststimme wählen die Stimmberechtigten eine Person direkt in den Bundestag. Mit der Zweitstimme wählen die Bürger:innen eine Partei. Es darf dabei aber jeweils nur ein Kreuz gesetzt werden.

Auch bei den meisten Landtagswahlen in Deutschland werden Erst- und Zweitstimmen verwendet. Sie haben dabei die gleiche Funktion.

Die Erststimme bei der Bundestagswahl: Stimme für die Wahlkreisabgeordneten

Mit der Erststimme haben die Wahlberechtigten die Auswahl zwischen den Kandidierenden in ihrem Wahlkreis, die sich um ein Direktmandat bewerben. Dadurch nimmt die Erststimme die Funktion der Personalisierung der Wahl ein. Durch sie wird sichergestellt, dass jede Region in Deutschland im Bundestag vertreten ist. Die Wahlkreisabgeordneten sind die direkten Ansprechpartner:innen für die Menschen in ihrer Region. In Deutschland gibt es 299 Wahlkreise, die möglichst gleich viele Einwohner:innen haben.

Bei der Erststimme werden die Kandidierenden mit der einfachen Mehrheit gewählt. In den Bundestag zieht ein, wer die meisten Stimmen hat. Die Stimmen für die anderen Kandidierenden entfallen. Es handelt sich also das Prinzip der Mehrheitswahl.

Bundestagswahl 2021: Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt

Bei der Zweitstimme geben die Wähler:innen ihre Stimmen für die Landesliste einer Partei, die sie im Bundestag vertreten soll. Das Ergebnis der Zweitstimmen entscheidet über die Verteilung der Sitze im Bundestag. Um Abgeordnete ins deutsche Parlament zu schicken, muss eine Partei mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erreichen oder drei Wahlkreise über die Erststimme gewinnen. Wie viele Sitze einer Partei dann zustehen, hängt vom prozentualen Anteil der Stimmen ab.

Erststimme und Zweitstimme bei der Bundestagswahl: Wie werden die Sitze verteilt?

Im Bundestag sitzen mindestens 598 Abgeordnete. Die Mandate werden zuerst an die siegreichen Direktkandidat:innen der 299 Wahlkreise verteilt. Wenn eine Partei weniger Direktmandate gewinnt, als ihr aufgrund des Zweitstimmenergebnisses zustehen, werden die übrigen Sitze über die Landesliste der Parteien vergeben. Die Kandidierenden erhalten also so lange ein Mandat bis alle Sitze der Partei besetzt sind.

Erststimmen und Zweitstimmen können zu Überhang- und Ausgleichsmandaten führen

Es ist aber auch möglich, dass eine Partei mehr Sitze über Direktmandate gewinnt als ihr über die Verhältniswahl zustehen. Die Abgeordneten ziehen trotzdem in den Bundestag ein. Dabei handelt es sich um Überhangmandate. Die übrigen Parteien erhalten Ausgleichsmandate, damit die Verteilung der Sitze wieder dem Ergebnis der Zweitstimmen entspricht.

Durch die Überhang- und Ausgleichsmandate steigt die Zahl der Abgeordneten des Bundestags über die ursprünglichen 598 hinaus. Nach der Bundestagswahl 2017 hat der Bundestag 709 Mitglieder. (Max Schäfer)

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