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Heute machen zehn weitere Bundesländer die Grundschulen auf.
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Heute machen zehn weitere Bundesländer die Grundschulen auf.

Bildung

Der erste Schultag - Die Grundschulen in Hessen öffnen wieder

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  • Tobias Peter
  • Eva Quadbeck
    Eva Quadbeck
  • Kristina Dunz

In hessischen Grundschulen beginnt erneut der Wechselunterricht. Die Debatte über Rückkehr zum Präsenzunterricht geht weiter.

Welche langfristigen Spuren die Pandemie bei Kindern und Jugendlichen für ihre Bildung und in ihren Seelen hinterlässt, wird man erst in Zukunft ermessen können. Klar aber ist, dass es Schäden gibt. Aus diesem Grund herrscht Konsens, dass Schulen und Kitas bei den Öffnungen zuerst an der Reihe sind.

An diesem Montag machen in zehn weiteren Bundesländern wieder Grundschulen auf. Es findet entweder Betrieb mit halben Klassen statt, die abwechselnd zur Schule kommen, oder Vollbetrieb mit festen Gruppen, die sich möglichst nicht begegnen sollen. Bei den Kitas dürfen je nach Bundesland wieder mehr oder sogar alle in die Betreuung zurück. Ältere Schüler:innen müssen in der Regel weiter im Homeschooling lernen – ausgenommen sind Abschlussklassen. In Niedersachsen sind Grundschüler:innen schon seit Januar wieder in den Schulen, in Sachsen seit letzter Woche. Auch die Kitas sind im Freistaat seit Montag wieder geöffnet.

Die Öffnungen sind nicht nur für die Bildung der Kinder und Jugendlichen zentral. Eine erhebliche Zahl an eher jüngeren Kindern aus instabilen Familien ist auch darauf angewiesen, dass Lehrpersonal sowie Erzieher:innen genau hinschauen, ob sie körperlich und psychisch unversehrt durch die vielen Wochen zu Hause gekommen sind.

Aus Sicht der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ist es Zeit, die harten Nebenwirkungen des Dauer-Lockdowns mehr in die Entscheidungen von Bund und Ländern einzubeziehen. „Ich halte es für falsch, mit Angst für Akzeptanz sorgen zu wollen“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Sonntag. Man müsse auch Perspektiven entwickeln. Dreyer sprach sich für ein Beratungsgremium auf Bundesebene aus, das „nicht nur aus Virologen und Epidemiologen besteht“. Es sollten Fachleute auch aus anderen Bereichen vertreten sein, „die auch zu anderen Folgerungen gelangen“, betonte sie.

Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts dämpfen eigentlich die Hoffnung auf weitere Öffnungen. An diesem Sonntag wurden 7676 neue Fälle gemeldet. Das sind 1562 mehr als am vergangenen Sonntag. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg leicht auf 60,2. Ziel ist bislang, diesen Wert auf unter 50 zu drücken, bevor weitere Lockerungen folgen können.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock sieht das ähnlich. Angesichts der aktuellen Entwicklung dürften jetzt keine neuen Bereiche geöffnet werden, sagte sie am Sonntag im Deutschlandfunk. Die dritte Welle drohe. Die letzten Tage zeigten, dass sich die Zahlen der Infektionen mit den Virus-Mutationen deutlich nach oben bewegten, warnte Baerbock. Auch sie legt die Priorität auf Schulen und Kitas. Die Folgen der Pandemie seien für die Kinder dramatisch. Hier müsse die volle Aufmerksamkeit gelten, und es solle zur Gewährleistung der Sicherheit regelmäßige Corona-Tests bei Kindern geben.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) mahnt allerdings zur Vorsicht und warnte vor einem Öffnungswettbewerb zwischen den Ländern und vor Gesundheitsgefährdungen für Lehrkräfte. VBE-Chef Udo Beckmann sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Lehrkräfte müssen sich bei der von Montag an breitflächigen Öffnung der Schulen zum Teil ungeschützt ausgeliefert in Situationen begeben, denen sich kaum jemand anders stellen muss: nämlich dass viele Haushalte über mehrere Stunden zusammen in einem Raum sind – im Klassenraum.“ Beckmann betonte weiter: „Wer öffnen will, muss Impfangebote machen.“ Dass eine Priorisierung von Lehrkräften beim Impfen im Gesundheitsministerium geprüft werde, sei gut. „Die Frage ist nur, wann eine Entscheidung getroffen wird – und warum die Schulöffnungen davor stattfinden sollen?“

Bei ihrer Sitzung am 10. Februar hatten sich Kanzlerin und Ministerpräsident:innen in der Frage, ob Lehrkräfte an Grundschulen sowie das Personal in Kitas bevorzugt geimpft werden können, auf einen Prüfauftrag geeinigt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellte nun in Aussicht, dass diese Gruppen bald gegen das Coronavirus geimpft werden könnten. Die Beschäftigten in Grundschulen und Kitas sollen bei der Priorisierung, wer wann mit einer Impfung dran ist, eine Gruppe höher rücken. Dafür muss aber erst noch die Impfverordnung geändert werden, und die Impfung der ersten Prioritätsgruppe, die der über 80-Jährigen, wird mindestens noch bis Ende März dauern.

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