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Literatur

"Der Erste Weltkrieg"

Begleitbuch zur fünfteiligen Doku-Serie der ARD

Von HEIDEMARIE GÖBBEL

Zum 90. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges legen die Historiker und Filmautoren, die auch die fünfteilige gleichnamige ARD-Dokumentation gestaltet hatten, den Begleitband "Der Erste Weltkrieg" vor. Er enthält umfangreiches und bisher weitgehend unbekanntes Material, das den Schrecken und die Eskalation des ersten Gas- und Materialkrieges mit wissenschaftlicher Genauigkeit dokumentiert.

"In Deutschland war der Erste Weltkrieg lange Zeit der vergessene Krieg", so die Verfasser. Doch heute, mit dem Abstand von drei Generationen würde klar, dass der Erste Weltkrieg das wichtigste Schlüsselereignis des 20. Jahrhunderts war. "Ohne diesen Krieg hätte die Entwicklung einen völlig anderen Verlauf genommen. Mit ihm begann die Ära der nationalen Feindbilder. Es war der erste Massenkrieg mit 15 Millionen Opfern, der zugleich die Geburt des modernen Zeitalters markiert."

Mehr noch als die Fernsehserie erlauben die zahlreichen Abbildungen des Buches, sich die Ereignisse und die geographischen Schwerpunkte erneut zu vergegenwärtigen. Die einzelnen Kapitel zeigen den Krieg im Osten, in Belgien und Frankreich sowie die Hungerjahre an der "Heimatfront".

Die Abbildungen basieren auf bisher unbekannten Privat- und Archivmaterialien, Feldpostbriefen, Filmaufnahmen von Soldaten und Zeitzeugenberichten, die den individuellen Schrecken des Krieges anschaulich machen. "Fünf 'Erinnerungsorte' stehen im Mittelpunkt, die als Wegmarken in die deutsche und europäische Geschichte mit eingegangen sind", schreiben die Autoren: "Tannenberg begründete den Mythos der deutschen Überlegenheit gegenüber den 'Ostvölkern', Ypern in Belgien wurde zum Inbegriff des modernen Vernichtungskrieges, und Verdun war der Ort des Massensterbens. Versailles wurde zum Symbol für die deutsche Niederlage und die Heimat gehörte zum erstenmal zur Kriegsfront."

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