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Für viele Anhänger ist Donald Trump genau der Mann, der die USA voranbringen kann.

Donald Trump

"Er ist der Erste, der sich für Amerikaner interessiert"

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Um zu verstehen, wie jemand wie Donald Trump Präsident der USA werden konnte, muss man mit seinen Anhängern sprechen. Wir haben es getan.

Anfang Juli 2009, knapp sechs Monate nach Amtsantritt, unterstützten laut dem renommierten Gallup Institut 58 Prozent der Befragten Barack Obama als Präsidenten. Der Beliebtheitswert von Donald Trump ist gerade unter 40 Prozent gerutscht. Nur noch 36 Prozent sind mit der Amtsführung des Republikaners zufrieden. Seine treuen Unterstützer kann das nicht erschüttern. Wir sprachen vor dem Trump International Hotel in New York mit Rena und Mychal Razzi Nicolas über Trumps erstes halbes Jahr als Präsident. Das junge Ehepaar auf Kurzurlaub lebt in Boca Raton, einer Küstenstadt in Florida. Er arbeitet dort als angestellter Elektroingenieur, sie als selbstständige Friseurin.

Wie zufrieden sind Sie mit Trumps ersten sechs Monaten im Amt?
Mychal: Wir sind superglücklich.
Rena: Extrem glücklich. Sowohl die Republikaner, als auch die Demokraten machen immer nur Politik für sich selbst, nicht für das amerikanische Volk. Er ist der Erste, der sich für die Amerikaner interessiert: für uns! 
Mychal: Er ist der Einzige, der seine Politikversprechen eingehalten hat: Amerika zuerst, hieß es, und genauso fühlt es sich jetzt an.

Warum ist das wichtig für Sie?
Rena: Weil ich nicht will, dass Amerika zum Drittweltland wird. Das drohte uns mit all diesen Leuten, die ins Land gelassen wurden. Mein Mann ist aus Südafrika, er kam auf legalem Weg hierher und musste 10 000 Dollar zahlen, um hier anerkannt zu werden. Warum sollen diese Illegalen hierherkommen und unsere Steuern aufsaugen dürfen? Und dann geben wir ihnen noch Sozialhilfe, Essensmarken und so weiter. 
Mychal: Und wer zahlt dafür? Das amerikanische Volk zahlt. Und die bringen uns ihre Kriminalität. Es wird immer mehr zur Epidemie. Aber weil sie Flüchtlinge sind und wir Mitleid haben sollen, kommen sie damit einfach durch. 

Was erhoffen Sie sich von den nächsten dreieinhalb Jahren?
Mychal: Ich hoffe, der Präsident wird uns alle wieder zusammenbringen. 
Rena: Obama hat uns acht Jahre lang auseinandergetrieben. Wir sind doch ein Land! Wenn man diese Demonstranten sieht, die führen sich auf, als wären sie verrückt und sie übertreiben es wirklich. Diese Videos, in denen Leute geköpft werden und die ganzen Schauspieler, die krank im Kopf sind ... Was sind das für Botschaften? Wir sollten positive Botschaften haben. Das hier ist Amerika! 

Was halten sie von dem „Muslim-Bann“, dem zunächst gescheiterten Einreiseverbot von Menschen aus bestimmten Ländern, das jetzt vom obersten Gerichtshof teilweise wieder in Kraft gesetzt wurde?
Mychal: Damit bin ich sehr einverstanden. Sie hätten Trump den Bann niemals nehmen dürfen. Irgend so ein Richter, hat doch nicht die Informationen, die Trump hat. Wenn die sich dann einmischen, finde ich das nur falsch. 
Rena: Warum sollte jemand das wollen, was in London und Paris die ganze Zeit passiert? Wir können nicht all diese Leute aus anderen Ländern in unser Land lassen und denken, dass sie sich an unsere Kultur anpassen werden, wenn sie doch gehirngewaschen wurden, Amerika zu hassen. Ich sage nicht, dass man niemanden reinlassen kann, aber wir müssen wissen, wen wir reinlassen. Ich will nicht aufwachen und Angst haben, durch den Central Park zu gehen, weil ich befürchten muss, dass ich hier bombardiert werde. So kann man doch nicht leben! Aber so leben die in diesen anderen Ländern. 

Das Land, aus dem die meisten Terroristen des 11. Septembers kamen, war Saudi Arabien. Warum denken Sie, ist es nicht auf der Liste der gebannten Länder?
Mychal: Das weiß ich nicht genau. Aber nochmal: Wir bekommen nicht die Informationen, die er bekommt. Es gibt Gründe dafür, dass er gemacht hat, was er gemacht hat und die kann er nicht einfach so öffentlich sagen.

Was halten sie von der Gesundheitsreform, einer der wichtigsten Politikinitiativen der letzten Monate?
Mychal: Wir müssen etwas Neues ausprobieren. Obamacare funktioniert ganz offensichtlich nicht. Das System hat schon Schulden in Milliardenhöhe angehäuft. 
Rena: Meiner Meinung nach sollte uns die Regierung nicht sagen, was wir zu tun haben. Wir sind kein sozialistisches Land. Ich weiß, dass sie das in allen anderen Ländern so machen, aber dann nehmen sie dir auch 90 Prozent deines Lohns weg. Lasst mir meinen Lohn und lasst mich eine normale Versicherung, die ich will, zu einem vernünftigen Preis abschließen! Erzählt mir nicht, dass ich eine Versicherung haben muss! Schreibt es nicht gesetzlich vor! Die Regierung soll uns nur schützen und Recht und Ordnung aufrecht erhalten. 

Eine weitere große politische Entscheidung Trumps war, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Wie stehen Sie dazu?
Mychal: Das war eine brillante Entscheidung. Wissen Sie, allein solche Treffen abzuhalten kostet Abermillionen Dollar. Und was passiert bei diesen Treffen? Nichts! Die Leute, auf die sie abzielen müssten, wären China und all solche. Dort sind die meisten Industrien. Aber die unternehmen gar nichts, um die Umweltverschmutzung ihrer Industrien zu stoppen. 
Rena: Genau! Niemand versteht, warum es bei diesen Politikmaßnahmen wirklich geht. Die Leute schreien und nörgeln einfach nur rum, aber wenn man mehr darüber liest: Amerika zahlt alles und kein anderes Land gibt Geld dafür. 
Mychal: Wir zahlen 80 Prozent, während alle anderen Länder 20 Prozent zahlen. 

Was denken Sie über den Klimawandel?
Mychal: Klimawandel gibt es seit Millionen von Jahren. Die Pole sind geschmolzen und wieder gekommen und wieder geschmolzen. Natürlich, mit den ganzen Autos und der Luftverschmutzung, die wir haben, ich bin mir schon sicher, dass das einen gewissen Einfluss hatte. Aber es ist überhaupt nicht mehr so schlimm, wie es einmal war. Wissen Sie, Klimawandel ist jetzt kein so großes Thema. 
Rena: Und es ist nichts, womit sich der Präsident befassen sollte.
Mychal: Er sollte es sich schon ansehen, aber es gibt im Moment viel größere Probleme auf der Welt. 

Was sind die großen Themen, auf die sich Trump konzentrieren sollte?
Mychal: Die Sicherheit in Amerika. 
Rena: Und ich will, dass auf beiden Seiten der Regierung – wie er es gesagt hat – der Sumpf ausgetrocknet wird. Die scheren sich einen Dreck um das amerikanische Volk und ich bin überzeugt, dass das bei ihm anders ist.

Es gibt Leute, die sagen, es gebe einen Widerspruch zwischen Trumps Ankündigung „den Sumpf auszutrocknen“ und der Tatsache, dass er selbst Geschäftsmann ist und viele Vertreter des Big Business und der Banken in die Regierung gebracht hat.
Rena: Warum sollten wir nicht wollen, dass kluge Geschäftsleute und reiche Leute unser Land lenken?
Mychal: Ich würde niemanden wollen, der sich nicht auskennt. Das würde uns als Land nur runterziehen. Ich will jemanden, der weiß, was er tut, an der Spitze. 

Und Sie machen sich keine Sorgen über Korruption oder Interessenskonflikte?
Mychal: Es wird nicht mehr Korruption geben, als wir jetzt schon haben.
Rena: Er ist Milliardär! Wie viel mehr Geld kann er noch wollen? 
Was halten Sie von den Protesten gegen Trump?
Mychal: Ich finde sie sehr dumm. Ich denke, diese Leute gucken wahrscheinlich CNN. CNN verdreht alles total. 
Rena: CNN macht Gehirnwäsche. Zum Beispiel heißt es, Trump ist nicht für Schwule. Wann hat er das je gesagt? Oder er ist nicht für Frauen. Wann hat er das je gesagt? Ich glaube nicht, dass diese Leute wissen, wofür sie kämpfen. 

Er hat diesen Kommentar gemacht, dass man Frauen „by the pussy“ („im Schritt“) anpacken sollte. Wie finden Sie das?
Rena: Ich bin mir sicher, dass mein Ehemann so redet, wenn er mit seinen Kumpels zusammen ist. So ist das Leben nun mal. Bill Clinton hat wirklich ein Mädchen bei der … gepackt, und er war damals verheiratet – und Präsident! Trump war früher Geschäftsmann. Natürlich hat er so was gemacht. Es ist mir egal. Wenn er es jetzt machen würde, wäre das etwas anderes. Aber wenn das das Einzige ist, was sie gegen ihn finden können, ist das doch ziemlich gut. 

Was halten Sie von Trumps Ausdrucksweise? Auf Twitter ist er manchmal etwas ...
Mychal: Jeder Präsident braucht ein bisschen Humor und so was. Aber sehen Sie, am Ende des Tages sind wir alle nur Menschen und sprechen so wie wir sprechen. Wir malen nichts schön. Wenn etwas schlecht ist, sagen wir, dass es schlecht ist. 

Als er zum Beispiel die Moderatoren der Sendung „Morning Joe“ beleidigte, wie fanden Sie das?
Mychal: Also ich denke nicht, dass er Leute beleidigt. 

Rena, Sie lachen. 
Rena: Weil er schon Leute beleidigt. Er hat irgendwas über diese Frau gesagt, dass sie so hässlich sei. Ich denke, das liegt daran, dass er sieben Tage die Woche von morgens bis abends beleidigt wird. Auch ein Mensch wie ich, wenn mich jemand wieder und wieder angreift, würde ich das nicht zu lange so laufen lassen. Ich würde den k.o. schlagen. Ich denke, Trump hat einfach genug. Und dann sagt er eine Sache und das wird völlig aufgeblasen. Warum hat niemand etwas gesagt, als er den ganzen Monat über angegriffen wurde? Es ist so einseitig! Aber er steht für sich selbst ein und das ist es, was Amerika ausmacht. Man soll für sich selbst einstehen und unser Land verteidigen. 

Interview: Marie Stein

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