Ecuador

Erste Gespräche nach Unruhen in Ecuador

Indigene Gruppen und Regierung verhandeln.

Nach tagelangen gewaltsamen Protesten in Ecuador ist die Konföderation der indigenen Völker zu Verhandlungen mit der Regierung bereit. Die Organisation gab auf Twitter am Samstag (Ortszeit) bekannt, dass sie in einen Dialog mit der Regierung über das Dekret zur Aufhebung der Subventionen für Kraftstoffe treten werde. Die Verhandlungen sollen unter der Vermittlung der katholischen Kirche und von Vertretern der Vereinten Nationen in Ecuador stattfinden, wie die Tageszeitung „El Universo“ berichtete.

Die Ureinwohner wollen aber ihre Demonstrationen gegen die Streichung der Subventionen für Benzin und Diesel fortsetzen. Die Kraftstoffpreise haben sich inzwischen mehr als verdoppelt. Die Streichung der Subventionen für Treibstoff ist Teil eines ökonomischen Gesetzespakets, mit dem die Regierung gegen die Wirtschaftskrise angehen will. Der Abbau von Subventionen ist eine Vorgabe des Internationalen Währungsfonds (IWF), bei dem die Regierung einen Kredit aufgenommen hat.

In der Hauptstadt Quito war es zuvor erneut zu Protesten gekommen. Demonstranten besetzten das Gebäude des Rechnungshofs und drangen in die Redaktionsräume mehrerer Medien ein. Die Polizei setzte Tränengas ein. Präsident Lenín Moreno verhängte für Quito ein Ausgangsverbot. Bei den Ausschreitungen wurden sieben Menschen getötet und rund 2000 verletzt.

In Ecuador gilt bereits der Ausnahmezustand für die Dauer von 60 Tagen. Das Militär patrouilliert auf zentralen Plätzen in Quito. Angesichts anhaltender Proteste hatte Moreno die Regierung von Quito nach Guayaquil in den Westen des Landes verlegt.

Der IWF-Kredit beträgt 4,2 Milliarden US-Dollar, im Gegenzug muss die Moreno-Regierung die öffentlichen Ausgaben kürzen. Der Abbau der in den 70er Jahren eingeführten Kraftstoffsubventionen gehört dazu. Außerdem will Ecuador die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) verlassen und selbst mehr Öl fördern, um seine Einnahmen zu steigern. (epd/afp)

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