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Erneut Raketentests von Nordkorea: Japan sieht „Bedrohung für die Region“

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Von: Sandra Kathe

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Mit dem Test einer ballistischen Rakete hat Nordkorea seine Drohgebärden gegenüber seiner Nachbarländer am Samstag (05.03.2022) fortgesetzt.
Mit dem Test einer ballistischen Rakete hat Nordkorea seine Drohgebärden gegenüber seiner Nachbarländer am Samstag (05.03.2022) fortgesetzt. © Jung Yeon-Je/AFP

Mit dem mutmaßlich neunten Raketentest seit Jahresbeginn setzt Nordkorea die Reihe an Drohgebärden gegenüber seiner Nachbarländer fort.

Seoul/Pjöngjang – Nach einer kurzen Unterbrechung von Nordkoreas Raketentests während der Olympischen Winterspiele in China, haben Militärbeobachtungsteams aus Südkorea und Japan erneut militärische Aktivitäten vonseiten Pjöngjangs gemeldet. Der jüngste Test einer ballistischen Rakete sei am Samstag (05.03.2022) in der nordkoreanischen Region Sunan gestartet worden. Von dort sei die Rakete etwa 300 Kilometer weit Richtung Osten ins Meer geschossen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Heikel sei die Wiederaufnahme der Serie von Drohgebärden durch Raketentests vor allem, weil am kommenden Mittwoch (09.03.2022) die Präsidentenwahl in Südkorea stattfindet, bei der der frühere Generalstaatsanwalt Yoon Suk-yeol als einer von zwei Favoriten antritt. Dieser hatte im Wahlkampf mit einem Präventivschlag gegen das atomar bewaffnete Nordkorea unter Machthaber Kim Jong-un gedroht.

Drohgebärden: Südkorea und Japan bestätigen erneuten Raketentest Nordkoreas

Beobachtet wurde der Test nicht nur vonseiten des Militärs in Südkorea, auch der japanische Verteidigungsminister Nobuo Kishi bestätigte die Aktion und gab an, dass die Rakete in einer Höhe „von bis zu 550 Kilometern“ geflogen sein soll. Die Serie von Tests seit Anfang des Jahres bezeichnete das japanische Verteidigungsministerium als nicht hinnehmbar und sprach von einer „Bedrohung für die Region“. Auch die Regierung in Seoul erklärte, die Führung in Pjöngjang gefährde mit ihren Waffentests den Frieden auf der koreanischen Halbinsel.

Nachdem Nordkorea mutmaßlich aus Rücksicht gegenüber seinem einzigen Verbündeten, China, die Serie an Raketentests während der Olympischen Spiele pausiert hatte, wurde bereits vergangenen Sonntag ein ballistischer Raketentest Nordkoreas gemeldet. Im Januar testete Pjöngjang zwei Hyperschallraketen, vier Kurzstreckenraketen und Marschflugkörper sowie eine ballistische Mittelstreckenrakete.

Konflikt mit Nordkorea in Asien: Keine diplomatische Lösung in Sicht

Die Serie an nordkoreanischen Raketentests erinnert an die Zeit nach dem 2019 die Verhandlungen zwischen Nordkoreas Diktator Kim Jong-un und dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump gescheitert waren. Auch damals ordnete Kim Jong-un eine Serie von Raketentests an. Die Gespräche zwischen Pjöngjang und Washington sind seitdem völlig ins Stocken geraten.

Das international abgeschottete, kommunistisch regierte Nordkorea unterliegt zahlreichen internationalen Sanktionen. Mit seinem Waffen- und Nuklearprogramm, das es seit Jahren vorantreibt, bedroht es nach Einschätzung des Westens das benachbarte Südkorea und darüber hinaus die gesamte Region. Alle bisherigen Versuche, den Konflikt auf diplomatischem Weg zu lösen, sind gescheitert. (ska mit AFP)

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