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2005 starb Oury Jalloh beim Brand einer Polizeizelle in Dessau.

Asylbewerber

Ermittlungen zum Tod von Oury Jalloh bleiben eingestellt

Die Ermittlungen zum Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau werden nicht wieder aufgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft weist die Beschwerde der Hinterbliebenen zurück.

Der Fall des vor fast 14 Jahren in einer Dessauer Polizeizelle zu Tode gekommenen Asylbewerbers Oury Jalloh wird nicht neu aufgerollt. Die Generalstaatsanwaltschaft des Landes Sachsen-Anhalt teilte am Donnerstag in Naumburg mit, dass die Beschwerde von Hinterbliebenen Jallohs gegen die Verfahrenseinstellung der Staatsanwaltschaft Halle vom 12. Oktober 2017 als unbegründet abgewiesen wurde und das Ermittlungsverfahren zu dem Fall somit eingestellt bleibt.

„Ein Tatverdacht gegen benannte oder unbenannte Polizeibeamte des Polizeireviers Dessau oder gegen sonstige Dritte besteht nicht“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft nach Auswertung sämtlicher Verfahrensakten mit. Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad sagte, es hätten sich „keine beweisbaren Anhaltspunkte ergeben, die eine Entzündung der Matratze durch Jalloh ausschließen können und eine Entzündung durch Polizeibeamte oder durch Dritte belegen“. Jalloh sei „an den Folgen eines inhalativen Hitzeschocks verstorben, den er, zumindest nicht widerlegbar, selbst herbeigeführt hat“.

Beweise für eine Fremdtötung oder gar für ein Mordkomplott seien nicht vorhanden, erklärte der Generalstaatsanwalt. Es mangele sowohl an einem Motiv als auch an der zeitlichen Gelegenheit dafür. Bei der These „Oury Jalloh, das war Mord“ handelte es sich um eine „rein spekulative Mutmaßung“.

Der aus Sierra Leone stammende Asylbewerber Jalloh starb am 7. Januar 2005 wenige Stunden nach seiner Inhaftierung bei einem Brand in einer Dessauer Polizeizelle gefesselt an einer Matratze. Der Fall konnte bislang nicht aufgeklärt werden. (epd)

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