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Geschäftsführer von Unicef-Deutschland: Dietrich Garlichs.

Staatsanwaltschaft

Ermittlungen gegen Unicef

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Untreue gegen Unicef Deutschland. Dieser Verdacht ergebe sich aus der Berichterstattung der Frankfurter Rundschau.

Köln (dpa) - Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Untreue gegen Unicef Deutschland. Es gehe dabei um Vorwürfe gegen den Geschäftsführer Dietrich Garlichs, sagte Staatsanwalt Günther Feld am Freitag in Köln. Gegen Garlichs ist der Vorwurf erhoben worden, Spendengelder für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen verschwendet zu haben.

Feld betonte, dass es um einen Anfangsverdacht gehe, und dementierte Berichte über eine Durchsuchung der Unicef-Zentrale in Köln: "Von Durchsuchung kann keine Rede sein", sagte er. "Die Unterlagen sind von Unicef sofort völlig freiwillig zur Verfügung gestellt worden." Feld sagte, der Anfangsverdacht ergebe sich aus den bisherigen Medienberichten über den Fall. "Da haben wir uns gesagt, das müssen wir jetzt sauber prüfen."

Nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" sollen bei Unicef "Unsummen für dubiose Beraterverträge und eigenmächtig veranlasste Bauarbeiten" ausgegeben worden sein. So habe ein ehemaliger Bereichsleiter seit seiner Pensionierung vor zwei Jahren Honorare von fast 300.000 Euro bekommen. Garlichs sagte dazu, die Gesamtsumme sei ihm nicht bekannt, aber der Mitarbeiter habe einen Tagessatz von 700 Euro erhalten.

Die ehrenamtliche Unicef-Vorsitzende Heide Simonis forderte Garlichs daraufhin auf, seine Tätigkeit bis zur Aufklärung der Vorwürfe ruhen zu lassen. Außerdem schlug sie die Prüfung der Kritikpunkte durch einen unabhängigen Sachverständigen vor. Für Samstag wurde in Köln eine Vorstandssitzung einberufen. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Simonis: "Mir blutet das Herz. Für mich ist das ein Albtraum."

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