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Ermittler nehmen Verdächtigen fest

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Nach dem Bombenattentat herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen in Dortmund.
Nach dem Bombenattentat herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen in Dortmund. © rtr

Nach dem Attentat auf den Mannschaftsbus des BVB geht die Bundesanwaltschaft von einem terroristischen Hintergrund aus. Ein Verdächtiger ist vorläufig festgenommen worden. Die Ereignisse im Ticker.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zum Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund (BVB) übernommen. Die Sprecherin Frauke Köhler berichtet, zwei Männer aus der islamistischen Szene seien verdächtig, man habe die Wohnungen der beiden Beschuldigten durchsucht. Eine Person sei festgenommen worden. Nach Informationen von „Express“, „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Deutscher Presse-Agentur handelt es sich um einen 25-jährigen aus Wuppertal. Ihm werde die Nähe zur terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ vorgeworfen.

Die Bundesstaatsanwaltschaft teilte weiterhin mit, dass am Tatort drei textgleiche Bekennerschreiben mit islamistischem Hintergrund gefunden worden seien. Es werde jedoch in alle Richtungen ermittelt. An der Echtheit eines Bekennerschreibens, das angeblich aus der linken Szene stammen soll, gebe es erhebliche Zweifel, teilt die Sprecherin mit.

Weitere wichtige Entwicklungen im Ticker:

17.50 Uhr: Die Mannschaften von Borussia Dortmund und AS Monaco sind der Polizei zufolge im Stadion eingetroffen. Das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League soll nun am Abend in Dortmund über die Bühne gehen.

16:30 Uhr: Marc Bartra befindet sich nach seinem erlittenen Handgelenkbruch infolge des Sprengstoffattentats auf dem Weg der Besserung. Der Spanier veröffentlichte am Mittwoch ein Foto bei Instagram mit hoch gerecktem Daumen und schrieb dazu: "Wie man sehen kann, geht es mir besser. Ich danke allen für die Unterstützung und Nachrichten."

16:25 Uhr: Bereits mehrere Stunden vor dem Anpfiff der neu angesetzten Champions-League-Begegnung sind die ersten Fans beider Mannschaften zum Signal Iduna Park gekommen. Zahlreiche Anhänger des Teams aus Monaco warten vor den Stadiontoren auf die Öffnung der Tribünen. Sie sind zum Teil seit Montagabend in Dortmund. Borussia Dortmund und die Polizei hatten dazu aufgerufen, rechtzeitig zum Stadion zu kommen, da es längere Wartezeiten bei den Einlasskontrollen geben könne. Das Spiel soll um 18.45 Uhr angepfiffen werden. Rund um das Stadion sind zahlreiche Polizisten im Einsatz. Die Tribünen und die Umgebung des Stadions seien mit Sprengstoffhunden kontrolliert worden, sagte ein Polizeisprecher. Es sei bislang aber nichts Verdächtiges gefunden worden. Zur Zahl der eingesetzten Beamten machte er keine Angaben. „Wir sprechen von einem Großeinsatz“, sagte er. „Was wir zur Verfügung haben, haben wir auch hier.“ Bislang sei die Situation entspannt.

15.46 Uhr: „Wir wissen alle, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Das Beste, was wir tun können, ist normal weiterzuleben und uns nicht einschüchtern lassen“, sagte der Sportchef Jens Todt vom Hamburger SV. Verstärkte Sicherungsvorkehrungen rund um Bundesliga-Spiele seien aber „denkbar, überhaupt keine Frage“.  Die Vorkommnisse von Dienstagabend seien „absolut schockierend, erschreckend. Wir sind in Gedanken bei unseren Dortmunder Kollegen“, so Todt.

15.41 Uhr: Justizminister Heiko Maas hat die BVB-Fans gelobt. „Sie haben vorbildlich reagiert, zusammengehalten und damit eine klare Botschaft gesendet: Wir lassen es nicht zu, dass der Fußball von feigen Verbrechern missbraucht wird“, sagte der SPD-Politiker. Die Spieler stünden am Abend gegen AS Monaco vor dem „vielleicht schwersten Spiel ihres Lebens“, umso größer sei sein Respekt.

14.00 Uhr: Die Generalbundesanwaltschaft gibt eine Pressekonferenz in Karlsruhe. Die Sprengsätze seien mit spitzen Metallspitzen bestückt gewesen, so die Sprecherin der Bundesanwaltschaft Frauke Köhler. Eine Metallspitze sei in eine Kopfstütze eingedrungen. Es sei Glück gewesen, dass nicht mehr passiert sei. Die Bundesanwaltschaft geht von einem terroristischen Hintergrund aus. Die Motivlage sei noch völlig unklar.

13.18 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Dienstagabend Kontakt zu BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke aufgenommen. Sie sagte den Westfalen ihre Unterstützung zu und will im auf Mittwochabend verschobenen Champions-League-Viertelfinalhinspiel gegen AS Monaco den Schwarz-Gelben die Daumen drücken. „Die Bundeskanzlerin hat ihre Solidarität sehr deutlich ausgdrückt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert zum Inhalt des Gesprächs. „Die Kanzlerin wertet es als sehr positives Zeichen, dass die Mannschaft nicht vor dem Terror einknickt, sondern in dieser schwierigen Situation spielt“, teilte der BVB mit.

12.24 Uhr: Das nach dem Anschlag gefundenen Bekennerschreiben wird in Ermittlerkreisen als für die Islamisten-Szene ungewöhnlich bezeichnet. Auf dem Schreiben fehlten beispielsweise Symbole der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Zudem sei das Vorgehen der Täter im Vergleich zu früheren Terrorattacken mit IS-Bezug untypisch.

12.20 Uhr: Für die Sportpsychologin Jeannine Ohlert von der Deutschen Sporthochschüle Köln ist die Austragung des Viertelfinalhinspiels zwischen Dortmund und Monaco am Mittwoch „unverantwortlich“. „Die Spieler haben einen Angriff auf ihr eigenes Leben erlebt und sollen jetzt wieder in den Alltag zurückkehren. Das ist aus meiner Sicht überhaupt nicht machbar vom Kopf her, weil sie wirklich ein Trauma erlebt haben“, sagte Ohlert. Für Ohlert handelt es sich bei der Partie „auf jeden Fall um Wettbewerbsverzerrung. Das Spiel findet nicht auf Augenhöhe statt. Die Mannschaften sind beide betroffen, aber Dortmund ist stärker betroffen. Es ist kein normales, reguläres Spiel. Dortmund ist klar stärker belastet“.

12.11 Uhr: Das angebliche Antifa-Bekennerschreiben zur BVB-Attacke in Dortmund ist möglicherweise eine Fälschung. „Wir halten das Schreiben für einen Nazifake“, teilten die Betreiber des Internetportals Indymedia mit. „Weder Inhalt noch Sprache deuten auf einen linken Hintergrund hin, deshalb haben wir es bereits sehr kurz nach der Veröffentlichung gelöscht.“ Aus Sicherheitskreisen heißt es, die Echtheit des angeblichen Antifa-Bekennntnisses werde geprüft. 

12.05 Uhr: „Wir spielen heute nicht nur für uns. Wir spielen für alle. Egal, ob Borusse, Bayer oder Schalker. Wir wollen zeigen, dass Terror und Hass unser Handeln niemals bestimmen dürfen. Und wir spielen natürlich für Marc Bartra, der sein Team siegen sehen will!“ - Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zum Spiel heute Abend.

11.55 Uhr: Die Deutsche Fußball Liga setzt auf bewährte Sicherheitsmaßnahmen in der Bundesliga. „Wir haben großes Vertrauen in die Arbeit der Sicherheitsorgane bei Fußballspielen und in die Tätigkeit der Ermittlungsbehörden“, sagte DFL-Chef Christian Seifert am Mittwoch in Frankfurt/Main. „Natürlich waren die Ereignisse in Dortmund und die Folgen des Anschlags auch für die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie die DFL schockierend.“ Seifert bezeichnete die Absage des Spiels als richtige Entscheidung. „Marc Bartra und dem ebenfalls verletzten Polizisten wünschen wir schnelle und vollständige Genesung. Gute Wünsche auch für Borussia Dortmund in einer vor allem für die Mannschaft sehr schwierigen Situation“, so der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung.

11.31 Uhr: In dem nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in Tatortnähe gefundenen Bekennerschreiben wird Kanzlerin Angela Merkel (CDU) namentlich erwähnt. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Schreiben heißt es: „Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden.“  

11:20 Uhr: Nach den Vorfällen Dortmund wird die Münchner Polizei beim Champions-League-Spiel zwischen dem FC Bayern und Real Madrid mehr Beamte einsetzen. „Wir haben die Zahl der Beamten auf 450 aufgestockt“, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch in München. Damit werden 80 Polizisten mehr im Einsatz sein als ursprünglich geplant. Zudem hat die Polizei Suchmaßnahmen eingeleitet und wird die Busse mit Spürhunden durchsuchen, bevor die Mannschaften einsteigen. Auch eine andere Route zum Stadion wird geprüft. Diese Maßnahmen beliefen sich aber alle in einem noch üblichen Rahmen. „Denn wir haben derzeit keine Hinweise auf Gefährdungen in München“, sagte der Sprecher.

11.00 Uhr: Die Dortmunder Polizei bitte auf Twitter, „von Spekulationen abzusehen“. Sie verweist für weitere Informationen auf die für 14.00 Uhr angekündigte Erklärung der Bundesanwaltschaft.

10:57 Uhr: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat am Mittwochmorgen das Fußball-Team von Borussia Dortmund besucht. „Ich habe gerade in der Kabine an die Mannschaft appelliert, der Gesellschaft zu zeigen, dass wir vor dem Terror nicht einknicken“, teilte der Bundesligist in einem Tweet mit.

10:55 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund verweist nach dem Anschlag auf seine Sicherheitsmaßnahmen und äußert sich noch nicht über die mögliche Folgen für die Bundesliga. „Der DFB, die Liga und die Vereine tun sehr viel für die Sicherheit der Spieler und Fans. Vor allem außerhalb der Stadien sind die Einschätzungen und Hinweise der verantwortlichen Sicherheitsbehörden maßgeblich“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. „Das gilt auch für die Frage, welche Konsequenzen aus dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB abzuleiten sind.“

10:47 Uhr: DFB-Präsident Reinhard Grindel hat seinen Besuch des Champions-League-Spiels zwischen Bayern München und Real Madrid am Mittwochabend abgesagt und wird stattdessen aus Solidarität nach Dortmund reisen: „Es ist mir persönlich und in meinem Amt als DFB-Präsident wichtig, heute in Dortmund zu sein, um die Verbundenheit des gesamten deutschen Fußballs mit dem BVB zu dokumentieren“, sagte Grindel.

10.42 Uhr: Der ehemalige französische Fußball-Nationaltrainer Raymond Domenech sieht die Spieler von Borussia Dortmund nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus einem großen psychologischen Druck ausgesetzt. „Die Dortmunder haben einen ihrer Mitspieler verletzt gesehen. Sie sagen sich, dass sie Glück gehabt haben. Aber sie werden psychisch ausgelaugt sein. Da hat der Trainer eine harte Aufgabe“, sagte Domenech der L'Equipe.

10.38 Uhr: Marc Bartra vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund ist nach seinem erlittenen Bruch der Speiche im rechten Handgelenk infolge eines Sprengstoffattentats auf den Mannschaftsbus erfolgreich operiert worden. „Wir haben gehört, dass alles gut verlaufen ist“, sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball am Mittwoch bei n-tv. 10.17 Uhr: Die Sicherheitsbehörden ermitteln einem Insider zufolge nach dem Anschlag weiter in alle Richtungen – auch in Richtung muslimischer Extremisten. „Wir schließen aber nichts aus“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person zu Reuters. 9.55 Uhr: Medienberichten zufolge prüfen die Ermittler die Authentizität eines zweiten Bekennerschreibens zu dem Anschlag auf den BVB-Bus. Es sei auf einer antifaschistischen Internetseite aufgetaucht. Darin hieß es, der Bus sei als „Symbol für die Politik des BVB“ attackiert worden, der sich nicht genügend gegen Rassisten, Nazis und Rechtspopulisten engagiere. Die Internetseite war später nicht mehr erreichbar. Ein am Tatort gefundenes weiteres Bekennerschreiben könnte Medienberichten zufolge auf einen islamistischen Hintergrund deuten.

9.34 Uhr: Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund übernommen. Die oberste Ermittlungsbehörde kündigt für 14.00 Uhr weitere Informationen an. (FR mit Agentur)

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