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Cornelia Kerth, Vorsitzende der Vereinigung "VVN - Bund der Antifaschisten", montiert in Rostock eine Mahntafel am Rathaus.
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Cornelia Kerth, Vorsitzende der Vereinigung "VVN - Bund der Antifaschisten", montiert in Rostock eine Mahntafel am Rathaus.

Gedenktag Rostock-Lichtenhagen

Erinnerung an die Opfer von Lichtenhagen

Auf einer Kundgebung in Rostock erinnern rund 1500 Menschen an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen im Stadtteil Lichtenhagen vor 20 Jahren. Die Initiatoren bringen zudem eine Gedenktafel am Rathaus an und wiederholen damit die Aktion von Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld.

Von Katrin Schüler, dapd

Auf einer Kundgebung in Rostock erinnern rund 1500 Menschen an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen im Stadtteil Lichtenhagen vor 20 Jahren. Die Initiatoren bringen zudem eine Gedenktafel am Rathaus an und wiederholen damit die Aktion von Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld.

Im Gedenken an Opfer ausländerfeindlicher Anschläge in Rostock und anderen deutschen Städten haben Demonstranten eine Mahntafel am Rostocker Rathaus angebracht. Es ist ein Duplikat jener Tafel, die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld kurz nach dem Brandanschlag in Lichtenhagen 1992 in Rostock anbringen wollte, daraufhin aber festgenommen wurde. Sie freue sich, dass diesmal die Stadt die Einwilligung gegeben habe, ließ Klarsfeld übermitteln, die zur Kundgebung nicht dabei sein konnte.

Mit ihrer Organisation „Söhne und Töchter der deportierten Juden aus Frankreich“ habe sie damals ein Zeichen der Solidarität setzen wolle, sagte Klarsfeld. In Lichtenhagen habe sich ein Rassenhass gegen Sinti und Roma gezeigt, der sie betroffen gemacht habe.

Mit der „wild“ an das Rathaus geklebten Tafel, mit Spruchbändern und eine Ansprache vom Balkon habe sie mit ihren Begleitern die Öffentlichkeit erreicht, sei dann aber auf eine Polizeigewalt gestoßen, die es acht Wochen zuvor in Lichtenhagen nicht gegeben habe, sagte Klarsfeld.

Es habe stundenlange Verhöre gegeben, drei der 50 Aktivisten wurden angeklagt. „Keine andere Organisation wollte uns zu dieser Demonstration die Hand reichen“, sagte Klarsfeld. Umso mehr begrüße sie die Unterstützung in diesem Jahr, 20 Jahre nach dem Brandanschlag in Lichtenhagen.

Teilnehmerfeld wächst auf 3.000

Das Anbringen der Gedenktafel wurde von den Kundgebungsteilnehmern lautstark begrüßt und beklatscht. Weitere Redner erinnerten an Opfer ausländerfeindlicher Gewalt in Rostock und anderen Städten, forderten ein Grundrecht auf Asyl und würdigen Lebensbedingungen für Asylsuchende.

Während der Veranstaltung wuchs das Teilnehmerfeld auf 3.000 Menschen. Aufgerufen zum Gedenktag hatte ein bundesweites Bündnis antirassistischer Initiativen.

Am Vortag hatten mehr als 800 Menschen ein Gedenkkonzert im Stadthafen besucht. Zwischen Auftritten mehrerer Bands wurden Filmsequenzen einer Reportage über den Brandanschlag gezeigt.

Laut Polizei, die am Wochenende durch Beamte anderer Bundesländer unterstützt wird, gab es keine Zwischenfälle.

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