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Mehr als Trauer um die Opfer des Ersten Weltkriegs wäre nötig, um Rechtspopulisten zurückzudrängen.

Erster Weltkrieg

Nur Erinnern reicht nicht

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Der Weg in die Zukunft führt nicht alleine über das Erinnern. Es muss auch darüber gesprochen werden, was noch nicht erreicht wurde. Ein Kommentar.

Selten war ein Gedenktag zum Ende des Ersten Weltkriegs so lebhaft wie diesmal. Demokraten wie der französische Präsident Emmanuel Macron attackierten Nationalisten wie Donald Trump mit Slogans wie „Patriotismus ist das Gegenteil von Nationalismus“. Das hört sich gut an, ist leider notwendig und gibt Orientierung in unruhigen Zeiten.

Vielleicht wären Macron und seine fortschrittlichen Mitstreiter noch überzeugender gewesen, wenn sie nicht nur zu Recht die Millionen Opfer des Weltkriegs beklagt, die Lehren aus der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts beschworen und die daraus entwickelten Fortschritte herausgestellt hätten, sondern darüber hinaus noch mehr darüber gesprochen hätten, was noch nicht erreicht wurde.

Dann hätten sie nicht nur die Feinde der Demokratie und deren Verfehlungen benannt, sondern auch die eigenen Schwächen angesprochen. Errungenschaften wie der Multilateralismus müssen nicht nur verteidigt, sie müssen weiterentwickelt werden. Sonst haben Trump und die anderen Rechtspopulisten weiter leichtes Spiel. Sie sind nur zu stoppen, wenn die fortschrittlichen Kräfte die aktuellen Probleme wie Verteilungskämpfe und Flucht lösen. Denn der Weg in die Zukunft führt nicht alleine über das Erinnern. 

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