Kreml

Erdogan und Putin fordern Engagement für Waffenruhe in Libyen 

Zudem sollten direkte Verhandlungen aufgenommen werden, wie sie beim Libyen-Gipfel Anfang des Jahres in Berlin vereinbart worden seien.

Russland und die Türkei fordern mehr Anstrengungen von den Konfliktparteien im Bürgerkriegsland Libyen für ein Ende der Kämpfe. Sie müssten „reale Schritte“ in Richtung eines nachhaltigen Waffenstillstands gehen, teilte der Kreml am Montag in Moskau nach einem Telefonat von Präsident Wladimir Putin mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan mit. Zudem sollten direkte Verhandlungen aufgenommen werden, wie sie beim Libyen-Gipfel Anfang des Jahres in Berlin vereinbart worden seien.

Das türkische Kommunikationsministerium teilte mit, die beiden Staatschefs hätten bei dem Gespräch die Bedeutung einer engen Kooperation und des Dialogs betont. Erdogan und Putin hätten sich zudem auf eine Verbesserung der Beziehungen in Sachen Tourismus und bei der gemeinsamen Bekämpfung des Coronavirus geeinigt.

Im Libyen herrscht seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkrieg. Ministerpräsident al-Sarradsch kämpft mit dem mächtigen General Chalifa Haftar um die Vorherrschaft in dem ölreichen Land. Al-Sarradschs Regierungstruppen werden vor allem von der Türkei und Katar unterstützt, Haftar von Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Ägypten. Für Deutschland ist eine Lösung auch wichtig, weil die chaotischen Zustände in Libyen das Geschäft von Schlepperbanden begünstigen, die Migranten illegal über das Mittelmeer nach Europa bringen. (dpa)

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