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Erdogan droht: TV-Journalistin wird büßen müssen

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Von: Christian Stör

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Türkei Journalistin festgenommen
Polizeibeamte eskortieren Sedef Kabas vor ihrem Auftritt vor Gericht in Istanbul.  © dpa

Wegen Beleidigung des Präsidenten wird die türkische Journalistin Sedef Kabas ins Gefängnis gebracht. Nun reagiert Erdogan.

Istanbul - Recep Tayyip Erdogan kennt keine Gnade. „Diese Straftat wird nicht ungesühnt bleiben“, sagte der türkische Staatschef Erdogan am Mittwoch (26.01.2022) in einem Interview mit dem Sender NTV. Damit spielte er auf die türkische Journalistin Sedef Kabas an, die am 22. Januar 2022 wegen „Präsidentenbeleidigung“ festgenommen worden war.

.„Es ist unsere Pflicht, den Respekt vor meiner Funktion, der Präsidentschaft zu schützen“, fügte Erdogan noch hinzu. Mit „Meinungsfreiheit“ habe dies nichts zu tun, die Journalistin müsse sich deshalb auf eine entsprechende Strafe einstellen. Kabas sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Sedef Kabas kritisiert Erdogan – und wird kurz danach verhaftet

Sedef Kabas ist eine bekannte TV-Journalistin in der Türkei. Nur wenige Stunden vor ihrer Verhaftung hatte sie es gewagt, Erdogan zu kritisieren – und das gleich zweimal hintereinander. Zunächst hatte sie Erdogan während einer TV-Sendung angegriffen, danach auf Twitter noch einmal nachgelegt.

Das von ihr dort zitierte Sprichwort „Wenn ein Ochse in einen Palast geht, wird er kein König, sondern der Palast wird zum Stall“ hatte kein Wohlgefallen gefunden, auch wenn Kabas weder Person noch Ort benannte. Mitglieder des Kabinetts sowie Erdogan-Sprecher Fahrettin Altun hatten Kabas darauf allerdings als „unmoralisch“ und „unverantwortlich“ bezeichnet. Kurz danach war Kabas in ihrer Istanbuler Wohnung festgenommen worden.

Erdogan lehnt Abschaffung des Straftatbestands der Präsidentenbeleidigung ab

Die Verhaftung sorgt in der Türkei für große Aufregung. So bezeichnete die türkische Journalistengewerkschaft TGS die Festnahme der Journalistin als „schweren Angriff auf die Pressefreiheit“. Kritik am Vorgehen gegen Kabas kam auch aus der türkischen Opposition. Die Republikanische Volkspartei CHP brachte wegen des Falls die Abschaffung des Straftatbestands der Präsidentenbeleidigung ins Spiel. Dies lehnte Erdogan am Mittwoch kategorisch ab. (cs/afp)

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