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Streit zwischen Nato-Partnern

Erdogan lässt nach nach Gas suchen: Konflikt zwischen Griechenland und Türkei spitzt sich zu

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Der Konflikt zwischen Griechenland und Türkei spitzt sich zu. Droht ein militärischer Konflikt?

  • Die Türkei lässt mit einem Erkundungsschiff „Oruc Reis“ nach Erdgas suchen.
  • Griechenland will sein Hoheitsgebiet verteidigen.
  • Recep Tayyip Erdogan ignoriert internationale Kritik an der Türkei.

Der Streit zwischen Griechenland und der Türkei um die Ausbeutung von Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer spitzt sich zu. Beide Staaten sind derzeit nach eigenen Angaben mit ihrer Marine im Mittelmeer unterwegs, um ihre Interessen durchzusetzen. Die Türkei unter Recep Tayyip Erdoğan lässt trotz internationaler Kritik seine Erkundungsschiffe nach Gas- und Ölvorkommen suchen. Athen wiederum will seinen Hoheitsbereich verteidigen. Neben den Nato-Partnern erhebt auch die Republik Zypern Anspruch auf die betreffenden Seegebiete. Die EU will am Freitag über den Konflikt beraten.

Konflikt im Mittelmeer: Erdoğan sucht nach Erdgas

Seit Anfang der Woche sucht das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ südlich von Rhodos und der kleinen Insel Kastelorizo nach Erdgas. Dabei wird es von fünf türkischen Militärschiffen begleitet. Kastelorizo ist nur rund zwei Kilometer vom türkischen Festland entfernt, gehört aber wie Rhodos zu Griechenland. Das Seerecht der Vereinten Nationen (UN) legt für Küstenländer eine Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) fest, die über die Hoheitsgewässer eines Landes hinausreicht.

Das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ sucht südlich von Rhodos und der kleinen Insel Kastelorizo nach Erdgas. Begleitet wird es von Militärschiffen.

In dieser 200-Meilen-Zone hat ein Staat demnach das alleinige Recht zur Ausbeutung von Bodenschätzen. Liegt die Küste eines anderen Landes näher, gilt die Mittellinie. Griechische Inseln, die nahe an der türkischen Küste liegen, verringern also die türkische AWZ enorm. Die Türkei erklärt, dass Inseln keine AWZ haben und sieht ihre Gasforschungen daher als legitim an. Das Seerechtsabkommen hat sie aber nie unterschrieben, wie etwa auch die USA.

Kommentar: Erdogan spielt mit dem Feuer

Die EU muss den Streit zwischen Athen und Ankara schlichten, damit nicht bald Schiffe von Nato-Partnern aufeinander feuern.

Türkei: Erdoğan schließt Abkommen mit Libyen zur Ausbeutung von Bodenschätzen

Die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte zudem vergangenes Jahr mit der Regierung in Libyen ein Abkommen zur Ausbeutung von Bodenschätzen im östlichen Mittelmeer abgeschlossen. Damit versuchte Ankara, Fakten zu schaffen. Die Türkei beansprucht damit ein Gebiet, das eigentlich zur AWZ Griechenlands gehört - das Gebiet in dem die Türkei nun nach Erdgas sucht. Im Juli hatte sich der Konflikt schon einmal gefährlich zugespitzt, wurde dann aber durch Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorerst entschärft.

Die Türkei, die auf Gasimporte angewiesen ist, fühlt sich seit langem bei der Ausbeutung von Rohstoffen in der Region ausgeschlossen. Erdoğan betonte, die Türkei habe es nicht auf legitime Interessen anderer abgesehen. Man werde aber nicht tolerieren, dass die Türkei mit ihrer langen Mittelmeerküste ignoriert werde. Die aktuelle selbstbewusste und aktive Doktrin der Türkei in den sie umgebenen Meeren wird als „Mavi Vatan“ - „Blaues Vaterland“ bezeichnet. Der Konflikt mit Griechenland kommt Erdoğan zudem gelegen, um von innenpolitischen Problemen abzulenken, wie etwa der Wirtschafts- und Corona-Krise.

Mittelmeer: Droht ein bewaffneter Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland?

Die Gemüter sind erhitzt und die Situation sehr angespannt. Ein kleiner Fehler oder etwas Unvorhersehbares könnte den Konflikt zum Eskalieren bringen. Einen Krieg können sich aber beide Länder eigentlich nicht leisten. Die türkische Wirtschaft ist ohnehin schon angeschlagen, ein Zustand, der sich durch die Corona-Pandemie noch verschärft hat. Eine militärische Auseinandersetzung mit Griechenland würde die türkische Lira wohl weiter auf Talfahrt schicken. Auch Griechenland kommt gerade aus einer schweren Finanzkrise. Die Corona-Krise hat auch ihren wichtigsten Wirtschaftsbereich, den Tourismus, schwer getroffen. (Marvin Ziegele mit Agenturen) Erdogans Machtprobe: Riesiger Erdgasfund in der Türkei – Eskalation auf hoher See

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