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Erdogan droht Athen: Griechenland wird „einen hohen Preis“ zahlen

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Von: Constantin Hoppe

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Die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei wachsen. Nach einem Vorfall im Luftraum über der Ägäis droht Präsident Erdogan Griechenland mit Konsequenzen.

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Rhetorik angesichts der angespannten Lage zwischen der Türkei und Griechenland verschärft: Athen werde einen „hohen Preis“ zahlen, wenn es weiterhin den türkischen Luftraum verletze und türkische Kampfjets über der Ägäis „bedränge“, sagte er am Samstag (3. September) bei einer Kundgebung in der Stadt Samsun am Schwarzen Meer.

Vor einer Woche hatte Ankara Griechenland vorgeworfen, türkische Kampfflieger mit Boden-Luft-Raketen erfasst zu haben. Laut dem türkischen Staatssenders TRT hat das griechische Militär dabei das Flugabwehrsystem S-300 aus russischer Produktion eingesetzt. Griechenland dementierte dagegen die Vorwürfe aus Ankara.

Ein Kampfflugzeug der türkischen Luftwaffe vom Typ F-16 startet vom Flugplatz Wittmund aus. (Archivbild)
Ein Kampfflugzeug der türkischen Luftwaffe vom Typ F-16 startet vom Flugplatz Wittmund aus. (Archivbild) © Ingo Wagner/dpa

Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland: Erdogan erinnert an Massaker von Izmir

„Hey Griechenland, schau Dir die Geschichte an. Wenn Du weiter gehst, wirst Du einen hohen Preis zahlen“, sagte Erdogan. Die Beziehungen zwischen den beiden Nato-Partnern sind schon seit Jahrzehnten von großen Spannungen geprägt. Vor allem konkurrierende Gebietsansprüche in der Ägäis sorgen für Streit.

„Wir haben Griechenland nur eine Sache zu sagen: Vergesst Izmir nicht“, sagte Erdogan und bezog sich dabei auf das Ende der griechischen Besatzung, nachdem türkische Truppen 1922 in die Stadt an der Küste der Ägäis eingedrungen waren.

1919 hatten griechische Soldaten die Stadt besetzt und es kam zu einem Massaker: Türkische und andere muslimische Zivilisten der Region wurden durch die griechischen Truppen umgebracht. Nur wenige Tage nach der Rückeroberung der Stadt durch die Türkei 1922 brach ein Feuer in der Stadt aus. Während der darauf folgenden Auseinandersetzungen wurden mindestens 25.000 meist griechische und armenische Zivilpersonen getötet.

Türkei und Griechenland: Streit zwischen Nachbarn und Nato-Partnern

Die beiden Nato-Nachbarn haben seit langem Streitigkeiten über die See- und Luftgrenzen, die zu fast täglichen Patrouillen und Abfangmissionen der Luftwaffe führen, meist über griechischen Inseln nahe der türkischen Küste. Vonseiten der Türkei wurde der Ton gegenüber Griechenland zuletzt deutlich verschärft. Die Regierung in Ankara stellte die griechische Souveränität über mehrere Ägäis-Inseln infrage und legte ihre Kontakte zur griechischen Regierungsspitze auf Eis.

Erst vor kurzem hat die Entsendung eines türkischen Bohrschiffes im Mittelmeer zu neuen Spannungen zwischen den beiden Ländern geführt. (con mit afp)

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