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Erdogan telefoniert mit Putin – und ist dabei voll des Lobes

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Von: Erkan Pehlivan

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In einem Telefonat tauschen sich Putin und Erdogan über den Ukraine-Krieg und Getreide-Hilfen für Afrika aus.

Moskau/Ankara - Kremlchef Wladimir Putin hat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über den Ukraine-Krieg gesprochen - und dabei Kiew für die jüngste Verschärfung der Kämpfe verantwortlich gemacht. „Wladimir Putin lenkte die Aufmerksamkeit auf die destruktive Linie des Kiewer Regimes, das mithilfe der westlichen Sponsoren, die den Umfang der gelieferten Waffen und Militärtechnik ausbauen, auf die Intensivierung der Kampfhandlungen setzt“, teilte der Kreml am Montag (16. Januar) nach dem Telefonat mit.

Erst am vergangenen Wochenende hatte Russland die Ukraine, die es vor fast elf Monaten überfallen hatte, mit einer besonders schweren Angriffswelle überzogen. In der zentralukrainischen Großstadt Dnipro schlug ein russisches Geschoss in ein Hochhaus ein, mindestens 40 Menschen kamen dabei ums Leben.

„Fehlender Wille zu Verhandlungen“: Russland kritisiert Ukraine

Der Kreml warf Kiew erneut fehlenden Verhandlungswillen vor. Als Beispiel nannte Moskau die Ablehnung einer von Putin für den Zeitraum des orthodoxen Weihnachtsfests Anfang Januar angeordneten Waffenruhe. Die Ukraine hatte den Vorstoß damals als Heuchelei abgelehnt. Auch viele internationale Fachleute sprachen von einer reinen Propaganda-Geste Putins. Geschossen wurde in der Zeit weiter von beiden Seiten. Die Ukraine hat immer wieder betont, verhandlungsbereit zu sein - allerdings nur, wenn russische Soldaten völkerrechtswidrig besetztes Gebiet zurückgeben.

Erdogan lobt Putin nach gemeinsamem Telefonat.
Präsident Recep Tayyip Erdogan (Türkei) und Präsident Wladimir Putin (Russland) © IMAGO/Alexandr Demyanchuk

Erdogan spricht mit Putin über Austausch von Kriegsgefangenen

In dem Gespräch zwischen Putin und Erdogan sei es zudem auf Anregung der Türkei um weitere Gefangenenaustausche zwischen Russland und der Ukraine gegangen, teilte der Kreml mit. Die Zeitung Hürriyet berichtete unter Berufung auf den türkischen Ombudsmann, Seref Malkoc, es gehe bei dem Austausch um rund 1.000 Menschen - 800 Ukrainer und 200 Russen. Details dazu waren nicht bekannt.

Nach Angaben des Kremls ging es bei dem Telefonat mit Erdogan auch um die Umsetzung des Getreideabkommens. Das Abkommen sieht das Ende der russischen Seeblockade für die ukrainischen Schwarzmeerhäfen um Odessa vor. Im Gegenzug sollen auch die Hindernisse für den Export russischer Lebens- und Düngemittel abgebaut werden. Auch die türkische Seite bestätigte das Telefonat und teilte mit, Erdogan habe sich erneut als Vermittler für einen nachhaltigen Frieden angeboten.

Erdogan lobt an Putin wegen Getreidelieferung für Afrika

Am 15. Januar hatte Erdogan in einer Rede vor jungen Menschen in Mugla Putin gelobt: „Herr Putin sagt zu mir: ‚ich gebe euch schnellstmöglich das Getreide, und ihr könnt es den afrikanischen Ländern weiterleiten‘. Und wir sagen: ‚Lass uns daraus Mehl in unseren Fabriken machen und den armen Ländern in Afrika schicken.‘ Wir haben uns geeinigt“, so Erdogan. Die Türkei beteiligt sich nicht an den westlichen Sanktionen gegen Russland.

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine ist die Zahl der russischen Unternehmen in der Türkei stark angewachsen. Wurden im Januar 2022 nur neun Unternehmen mit russischer Beteiligung oder durch Russen in der Türkei gegründet, lag die Zahl im August bei 128 – mit steigender Tendenz. Im gesamten Jahr 2021 waren es insgesamt nur 39 Unternehmen. Russische Unternehmer stehen im Verdacht, auf diese Art die westlichen Sanktionen zu umgehen. Zudem will Russland der Türkei auch auf andere Weise helfen. So soll Ankara mehr Zeit für die Tilgung von mindestens 10 Milliarden Erdgasschulden gewährt bekommen. Die Opposition sieht darin eine Stärkung von Erdogan, was die Parlaments- und Präsidentschaftswahl im Juni beeinflussen könnte. (Erkan Pehlivan/dpa)

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