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Nahost-Konflikt

„Schaum vorm Mund“: Erdogans Äußerungen zum Israel-Konflikt lösen scharfe Kritik aus

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Der türkische Präsident Erdogan hat die USA und Österreich wegen ihrer Unterstützung für Israel scharf kritisiert. Die geben nun Gegenwind.

Update vom Mittwoch, 19.05.2021, 10:10 Uhr: Österreich hat auf Anschuldigungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geantwortet. Der türkische Präsident hatte zuvor Österreich für die Unterstützung Israels „verflucht“. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hatte am Freitag die Angriffe aus Gaza scharf verurteilt. Vor dem Kanzleramt und dem Außenministerium wurden israelische Fahnen aufgehängt. Erdogan hatte daraufhin Österreich vorgeworfen, die Schuld für den Holocaust den Muslimen zuschieben zu wollen. Dies berichtet die dpa.

„Mit Schaum vor dem Mund wird sich der Nahostkonflikt nicht lösen lassen“, stellte der österreichische Außenminister, Alexander Schallenberg am Dienstag klar. Die Vorwürfe des türkischen Präsidenten seien unhaltbar.

Erdogan in der Kritik: USA verurteilen Äußerungen des türkischen Präsidenten

Auch die USA haben die Vorwürfe Erdogans scharf verurteilt. Die Äußerungen des türkischen Präsidenten über die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen seien „antisemitisch“, so ein Sprecher des Außenministeriums. Erdogan hatte dabei Israel wiederholt vorgeworfen Kinder zu töten und erst zufrieden zu sein „wenn sie ihr Blut aussaugen“.

Währenddessen meldete die Türkei, einen hochrangigen PKK-Führer getötet zu haben. Damit sei ein wichtiger Schlag gegen die Operationen der Gruppe in Syrien gemacht worden. Der Terrorist habe etwa an einer Tötung von 13 türkischen Geiseln im Nordirak teilgenommen.

Joe Biden und Recep Tayyip Erdogan im Streit über Nahostkonflikt

Erstmeldung vom Dienstag, 18.05.2021, 16.15 Uhr: Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat US-Präsident Joe Biden scharf kritisiert. Hintergrund ist die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten. Zuvor hatte die Washington Post berichtet, dass die Biden-Regierung einen potenziellen Waffenverkauf im Wert von 735 Millionen US-Dollar an Israel genehmigt habe. Offizielle Angaben dazu gibt es laut bisher nicht. Das Verhältnis der Nato-Partner USA und Türkei ist seit einiger Zeit mehr als angespannt.

„Mit Ihren blutigen Händen schreiben Sie leider Geschichte“, sagt Erdogan zu dem Waffendeal am Montagabend. Der Boden Palästinas werde mit „Gräuel, Schmerz und Blut gewaschen“, so der Präsident der Türkei. Angesichts der Gewalt haben viele Staaten zu einer Waffenruhe aufgerufen, die Regierung der USA um Joe Biden hat sich ähnlich geäußert.

Erdogan: Wut über Hissen von israelischen Fahnen in Österreich

Doch nicht nur die US-Regierung geriet in Erdogans Fadenkreuz. An Österreich gewandt verurteilte der türkische Präsident das Hissen von israelischen Fahren vor Regierungsgebäuden scharf. Vor dem Kanzleramt und dem Außenministerium hatte am Freitag eine Flagge mit dem Davidstern, als Zeichen der Solidarität mit Israel im Gaza-Konflikt, geweht. „Ich verfluche den österreichischen Staat“, sagte Erdogan: „Der österreichische Staat versucht wohl die Rechnung für die Juden, die er einem Genozid unterzogen hat, den Muslimen auszustellen“, betonte Erdogan und spielte damit direkt auf den Holocaust an. Eine Reaktion seinerseits auf ähnliche Aktionen in Deutschland gab es bisher nicht. Hier hatten manche Stimmen Erdogan für den wachsenden Antisemitismus mit verantwortlich gemacht.

Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, hat die USA und Österreich wegen ihrer Unterstützung Israels scharf kritisiert. (Archivfoto)

Auch in einem Telefongespräch mit Papst Franziskus hatte Erdogan darauf gedrängt, Sanktionen zu verhängen. Der türkische Präsident betrachte die Reaktion des Papstes als entscheidend für die Mobilisierung anderer christlicher Staaten und der internationalen Gemeinschaft.

Nahost-Konflikt: Erdogan will Jerusalems Status neu verhandeln

Erdogan fordert eine neue Regulierung Jerusalems. Seinen Plänen nach soll die Stadt von einer Kommission geführt werden, die sich aus Vertretern von Judentum, Christentum und Islam zusammensetzten soll. Dass dieser Plan vonseiten der israelischen Regierung angenommen werden könnte, scheint ausgeschlossen. Erdogan hatte Israel in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, den Status Jerusalems zu verletzen, die Religionsfreiheit durch die Blockade der heiligen Stätten einzuschränken und eine „Besatzungspolitik“ in Palästina zu betreiben. Erdogan hatte Israel sogar einen „terroristischen Staat“ genannt. (als mit dpa)

Rubriklistenbild: © Adem Altan/afp

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