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Weltweit verfügbare Ressourcen für dieses Jahr verbraucht – Erdüberlastungstag früher als 2021

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Von: Fee Halberstadt

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Die Weltbevölkerung hat alle natürlichen Ressourcen, die ihnen 2022 zur Verfügung standen, verbraucht. Alles, was nun verbraucht wird, wird nicht erneuert.

Berlin – Jedes Jahr ist es wieder so weit, und der sogenannte Erdüberlastungstag wird verkündet. Diesen gibt es, weil die Menschheit alljährlich mehr natürliche Ressourcen verbraucht, als die Erde erneuern kann. Dieses Jahr beanspruchen die Menschen ab Donnerstag (28. Juli) mehr davon, als ihnen für 2022 zur Verfügung steht. Das ergaben Berechnungen des Global Footprint Networks mit Sitz in den USA und der Schweiz. Der Tag liegt damit früher als noch im vergangenen Jahr. Einzeln betrachtet hatte Deutschland schon Anfang Mai 2022 den ihm zustehenden Vorrat an natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht.

„Wir leben ab Donnerstag bei unserer Erde auf Pump“, sagte Christoph Bals von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch laut Mitteilung. „Momentan verbraucht die Menschheit rechnerisch 1,75 Erden, die Konsequenzen dieser Übernutzung bürden wir insbesondere den Armen heute und den nachfolgenden Generationen auf – und das mit wachsender Intensität.“ Würden alle Länder so haushalten wie Deutschland, wären nicht nur 1,75, sondern rund drei Erden nötig. Das Klima sei aus den Fugen, sagte Olaf Bandt, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) laut Mitteilung. „Wir müssen die dramatischen Auswirkungen der Klimakrise und des weltweiten Artensterbens unverzüglich begrenzen.“

Erdüberlastungstag 2022: Alle verfügbaren Ressourcen sind weltweit aufgebraucht

Die Organisationen sehen vor allem Unternehmen und Politik in der Verantwortung. „Die Bundesregierung muss klare gesetzliche Vorgaben in die Wege leiten, die den planetaren Grenzen Rechnung tragen: Für den Ressourcenschutz, die Energieeffizienz und den Bodenschutz“, sagte Bandt. Germanwatch sieht Deutschland und die Europäische Union in der „besonderen Verantwortung“, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Dafür solle sich die Bundesregierung stärker in die Verhandlungen zum Klimapaket der EU einbringen. „Das Paket sollte beispielsweise sicherstellen, dass der Luftverkehr endlich Zertifikate im Emissionshandel für seine volle Klimawirkung kaufen muss.“

Die östliche Hemisphäre der Erdkugel.
Der Erdüberlastungstag ist dieses Jahr erneut früher als im Vorjahr. Ab dem 28. Juli 2022 leben die Menschen über natürliche Ressourcen hinaus. (Symbolbild) © Goddard Space Flight Center/dpa

Gerade Industrieländer seien Teil des Problems, sagte Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD). Deutschland habe mit dem Lieferkettengesetz bereits einen wichtigen Schritt gemacht. Wichtig sei nun, auch auf europäischer Ebene beim Lieferkettengesetz Umweltschutz und Klima stärker miteinzubeziehen. „Wir dürfen es uns in Europa nicht länger erlauben, mit unserem Konsum Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in anderen Teilen der Welt zu importieren“, sagte sie. „Darum brauchen wir ein starkes europäisches Lieferkettengesetz.“

Weltweit zustehende Ressourcen sind leer: Erdüberlastungstag früher erreicht als 2021

Der diesjährige Erdüberlastungstag liegt früher als noch im vergangenen Jahr. 1970 überstieg der Verbrauch nach Angaben von Germanwatch zum ersten Mal die vorhandenen Ressourcen, bis 2000 wanderte der Erdüberlastungstag bereits vom Dezember in den September. Seit 2018 fällt der Erdüberlastungstag auf Ende Juli – mit Ausnahme von 2020, als die Corona-Pandemie kurzzeitig für weniger Ressourcenverbrauch sorgte. (fh/dpa)

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