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Gilt als De-facto-Herrscher in Riad: Mohammed bin Salman. 

Mohammed bin Salma

Erbitterter Machtkampf in Saudi-Arabien

Drei Prinzen wegen angeblicher Putschpläne festgenommen.

In Saudi-Arabien wurden mehrere hochrangige Mitglieder der Herrscherfamilie verhaftet, weil sie angeblich den mächtigen Thronfolger Mohammed bin Salman stürzen wollten. Unter den Festgenommenen sind ein Bruder und ein Neffe von König Salman, wie mehrere Quellen am Samstag bestätigten.

Der Königsbruder Prinz Ahmed bin Abdulasis al-Saud und der Neffe des Monarchen, Prinz Mohammed bin Najef, wurden bereits am Freitag wegen angeblicher Putschpläne festgenommen, wie ein arabischer und ein westlicher Vertreter der Nachrichtenagentur AFP in Riad bestätigten. Nach Informationen der US-Zeitung „Wall Street Journal“, die zuerst über die Vorgänge berichtete, könnten die beiden Prinzen und früheren Thronanwärter nun zum Tode oder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden. Auch Prinz Najefs jüngerer Bruder, Prinz Nawaf bin Najef, wurde festgenommen.

Damit dürfte Kronprinz Mohammed, der die Schlüsselministerien Verteidigung und Wirtschaft kontrolliert, seine Macht als De-facto-Herrscher Saudi-Arabiens weiter ausbauen können. Bereits in den vergangenen Jahren hatte er prominente Geistliche, Prinzen, Geschäftsleute und Aktivisten inhaftieren lassen, die sich ihm in den Weg gestellt hatten.

Die Expertin Becca Wasser vom US-Institut Rand Corporation sieht die Position von Mohammed nun deutlich gestärkt. Er habe bisher „jede Bedrohung für seinen Aufstieg beseitigt und Kritiker seines Regimes ohne jedes Nachspiel ins Gefängnis gebracht oder ermordet“. Die Festnahmen, seien „ein weiterer Schritt, um seine Macht zu stützen und eine Botschaft an alle – inklusive die Königsfamilie –, sich ihm nicht in den Weg zu stellen“.

Ein westlicher Vertreter berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Riad, dass auch Militärangehörige und Verantwortliche des Innenministeriums verhaftet worden seien, weil sie die angeblichen Putschpläne unterstützt hätten.

Das internationale Ansehen des zunächst als Reformpolitiker geltenden Prinzen Mohammed hat vor allem durch die Khashoggi-Affäre großen Schaden genommen. Ihm wird vorgeworfen, in die Ermordung des Regierungskritikers verstrickt zu sein. 

afp

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