1. Startseite
  2. Politik

9-Euro-Ticket: Experten befürchten volle Züge im Sommer

Erstellt:

Von: Jens Kiffmeier

Kommentare

Für wenig Geld quer durch Deutschland: Das 9-Euro-Ticket aus dem Entlastungspaket 2022 verheißt Billigreisen im Sommer. Doch die vollen Züge besorgen Experten.

Nachbesserung beim Entlastungspaket 2022 erforderlich: Bahnexperten haben die Politik zu einer größeren Anstrengung bei der Förderung des regionalen Zugverkehrs in Deutschland aufgefordert. Allein die Einführung des geplanten 9-Euro-Tickets reiche nicht aus, um die Menschen dauerhaft zu einem Umstieg vom Auto auf die Bahn zu motivieren, warnte der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, laut einer Mitteilung. Zwar begrüßte der Verband grundsätzlich die Einführung des dreimonatigen Billigangebots. Doch im Sommer drohten die Züge auf den beliebten Urlaubsstrecken, etwa an die Nord- und Ostsee, vollständig überlastet zu werden. Um die Neukunden nicht gleich wieder abzuschrecken, müsse der Bund unbedingt Mittel zur Verfügung stellen, damit die Bahn ihre Kapazitäten in den drei Sommermonaten erhöhen könne, forderte der Experte.

Menschen drängeln sich auf einem Bahnsteig in Berlin. Im Sommer drohen wegen des 9-Euro-Tickets aus dem Entlastungspaket volle Züge.
Das 9-Euro-Ticket soll viele Bahnkunden locken. Doch jetzt drohen volle Züge. © Christoph Soeder/dpa

Entlastungspaket 2022: 9-Euro-Ticket im ÖPNV sorgt weiter für Diskussion

Die Bundesregierung will ab Juni ein 9-Euro-Ticket einführen. Mit der Karte, die drei Monate erhältlich sein wird, können die Deutschen vier Wochen lang bundesweit mit allen Regionalzügen und mit allen Bussen und Bahnen im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) fahren. Mit der Maßnahme, die Teil des Entlastungspaketes 2022 ist, sollen die Verbraucher von den rasant steigenden Preisen bei Benzin, Diesel und Strom entlastet werden. Neben dem 9-Euro-Ticket ist auch eine Energiepauschale in Höhe von 300 Euro, ein Kinderbonus, ein Tankrabatt und ein Zuschuss zu Hartz IV vorgesehen.

Derweil sind einige Start-Termine der Zuschüsse aus dem Entlastungspaket 2022 bereits ins Visier genommen worden. Abgesehen von dem 100 Euro Kinderbonus aus dem Entlastungspaket, dem 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn und der 300 Euro Energiepreispauschale, sollen der Tankrabatt für Diesel und Benzin, das 9-Euro-Monatsticket und die Energiepauschale im Juni haben, müssen sich Hartz-IV-Empfänger noch etwas länger gedulden, bevor die 100 Euro extra auf dem Konto landen.

Hartz IV: Empfänger ehrlat Rückerstattung der Fahrtkosten für Fahrradtour zum Meldetermin im Jobcenter

Möglicherweise hatte er selber damit gar nicht gerechnet, aber das Sozialgericht in Leipzig urteilte für die Klage eines Beziehers von Hartz IV. Der Hartz-IV-Empfänger wollte vom Jobcenter die Fahrtkosten für einen Meldetermin erstattet haben. Dennoch hat die Geschichte einen Haken, da das Gericht dem Jobcenter einen Ermessensspielraum zugestand, sodass die Fahrradtour wahrscheinlich nicht so abgegolten wird wie bei Hartz-IV-Empfängern, die mit einem Auto zum Jobcenter fahren.

Dennoch könnte sich das rechtskräftige Urteil wegweisend für alle Empfänger von Sozialleistungen ausgestalten. Auch wenn nicht alle Kosten, die für eine Fahrradtour anfallen, von der Erstattung abgedeckt werden.

Rente 2022: Minister Hubertus Heil (SPD) will Einstieg in Kapitalstock umsetzen

Langfristige Sicherung der Altersvorsorge: Nach der Erhöhung der Rente im kommenden Juli plant die Bundesregierung bereits den nächsten sozialpolitischen Aufschlag. So kündigte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für dieses Jahr eine weitere Reform in der Alterssicherung an. Nun gehe es darum, die Rente dauerhaft „stabil zu machen“, sagte Heil der Nachrichtenagentur dpa. Deswegen bereite seine Behörde gerade mit dem Rentenpaket II den Einstieg in die Kapitalbildung vor.

SPD, Grüne und FDP hatten in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, sie wollten das Mindestrentenniveau von 48 Prozent dauerhaft sichern. Das Rentenniveau drückt das Verhältnis der Rente zu den Löhnen aus. Rentenkürzungen oder eine Anhebung des Renteneintrittsalters schlossen die Ampelpartner aus. Stattdessen versprachen sie, für die Rentenkasse neues Kapital anzusparen – als dauerhaften Fonds, professionell verwaltet und global angelegt. Ein Kapitalstock von zehn Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln soll 2022 der erste Schritt sein. Laut Heil soll noch in diesem Jahr die Reform stehen.

Ukraine-Krieg: Union drängt auf Lieferung von schweren Waffen – Ultimatum an Olaf Scholz und die SPD

Kritik an Scholz im Ukraine-Krieg bleibt: Neben den eigenen Koalitionspartnern erhöht auch die Opposition weiter den Druck auf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). So fordert die Union den Regierungschef unmissverständlich auf, sein Nein zu deutschen Waffenlieferungen endlich aufzugeben. Sollte sich Scholz nicht bewegen, würde die CDU mit einem eigenen Antrag eine Entscheidung im Bundestag erzwingen, kündigte Unionsfraktionsvize Johann Wadephul (CDU) auf Twitter an.

Seit Wochen sorgt die Frage für Streit in der Politik. Im Fokus der Kritik steht die SPD, die keine schweren Waffen in das Krisengebiet liefern will. Die Grünen und die FDP, aber auch die Union sehen dies aber anders.

Politik-Ticker: Alle News und Hintergründe des Tages auf einen Blick

Ob Corona-Pandemie, Ampel-Streit, Bürgergeld-Reform oder Ukraine-Konflikt: Jeden Tag entstehen überall auf der Welt Nachrichten – gute wie schlechte. Mit diesem Ticker halten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, über alle News des Tages auf dem Laufenden. Wir ordnen und gewichten das politische Geschehen und die Entwicklungen für Sie ein. Am Abend erhalten Sie dann alles Wichtige auf einen Blick. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare