Trump nominiert Barrett für Ginsburg-Nachfolge am Obersten Gericht. Foto: Alex Brandon/AP/dpa
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Trump nominiert Barrett für Ginsburg-Nachfolge am Obersten Gericht. Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Supreme-Court-Nachfolge

Donald Trumps Nominierung: Amy Coney Barrett unterstützt Anti-Abtreibungsgruppe

Amy Coney Barrett soll Ruth Bader Ginsburg im Supreme Court beerben. Doch Donald Trumps Favoritin unterstützt eine Gruppe, die extreme Anti-Abtreibungspositionen vertritt.

  • Amy Coney Barrett wurde von Donald Trump für den Supreme Court nominiert.
  • Die Demokraten fürchten einen Rechtsruck im Obersten Gericht der USA. Garrett unterstützt eine Gruppe, die extreme Anti-Abtreibungspositionen vertritt.
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Nach dem Tod von Ruth Bader Ginsburg hat US-Präsident Donald Trump Amy Coney Barrett als Nachfolgerin für das Oberste Gericht der USA nominiert. Barrett gilt als erzkonservative Bundesrichterin und vertritt offenbar extreme Positionen im Hinblick auf das Recht zur Abtreibung.

Im Jahr 2006 unterstützte Amy Coney Barrett öffentlich eine Gruppe, die den Standpunkt vertritt, Leben beginne mit der Befruchtung und nicht erst mit der Einnistung des Embryos oder der Lebensfähigkeit des Fötus. Das berichtet die britische Zeitung „The Guardian“ über Donald Trumps Kandidatin. Die Gruppe vertritt auch die Position, dass das Entsorgen von eingefrorenen oder nicht verwendeten Embryos, die für eine In-Vitro-Fertilisation entstehen, unter Strafe stehen sollte. Beide Positionen gelten selbst innerhalb der Anti-Abtreibungsbewegung in den USA als extrem.

Trump-Favoritin Barrett unterstützt extreme Anti-Abtreibungsgruppe

Die Enthüllung wirft neue Fragen auf, wie eine Ernennung von Amy Coney Barrett als Oberste Richterin die Rechtssprechung am Supreme Court beeinflussen könnte. Vor allem liberale Stimmen in den USA fürchten, dass Barrets persönliche Meinung und ihre religiösen Überzeugungen nicht nur die Rechtssprechung zur Abtreibung beeinflussen werden, sondern es auch Frauen schwer machen, die eine künstliche Befruchtung in Anspruch nehmen wollen.

Demokraten fürchten um das Obama-Erbe und fordern, die Ernennung bis nach der US-Wahl im November zu verschieben. Sollte Barrett ernannt werden, hätten die konservativen Richter eine Mehrheit von sechs zu drei Sitzen im Supreme Court.

Donald Trumps Kandidatin könnte Rechtssprechung im Bezug auf Abtreibung verändern

Ebenfalls im Jahr 2006 unterzeichnete Amy Coney Barrett eine ganzseitige Zeitungswerbung, die von der Anti-Abtreibungs-Gruppe „ St Joseph County Right to Life“ finanziert wurde, schreibt „The Guardian“. Mehr als 100 Personen, darunter Barrett und ihr Mann Jesse, hatten einen Text unterschrieben, in dem es unter anderem heißt: Wir sind gegen Abtreibung und „verteidigen das Recht auf Leben von der Befruchtung bis zum natürlichen Tod“. Als erster US-Präsident hat Donald Trump bei einer Demonstration gegen Abtreibung teilgenommen.

Die von Amy Coney Barrett unterstützte Gruppe „St Joseph County Right to Life“ vertritt auch die These, dass Ärzte, die Abtreibungen durchführen, strafrechtlich belangt werden sollten. und dass die Entsorgung von eingefrorenen oder nicht verwendeten Embryos, die für eine In-Vitro-Fertilisation entstehen, unter Strafe stehen sollte. Diese Position ist auch unter Anti-Abtreibungsaktivisten in den USA umstritten.

Die Gruppe veröffentlicht jedes Jahr zum Jahrestag der Supreme-Court-Entscheidung „Roe vs. Wade“, einer Grundsatzentscheidung zum Recht auf Abtreibung, eine ganzseitige Werbung. Nach 2006 hat Amy Coney Barrett offenbar keine weiteren Zeitungsanzeigen der Gruppe unterschrieben, so „The Guardian“. Das Weiße Haus sagte in einer Erklärung, Barrett werde, wie sie am Tag ihrer Nominierung selbst gesagt habe, das bestehende Gesetz anwenden. (Von Sarah Neumeyer)

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