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Trotz hoher Infektionszahlen gelten in England fast keine Corona-Regeln mehr.
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Trotz hoher Infektionszahlen gelten in England fast keine Corona-Regeln mehr. Das könnte beim Schulbeginn zu Problemen führen.

Entwicklung der Pandemie

Coronavirus in Großbritannien: Drastischer Anstieg in England durch Schulbeginn befürchtet

  • Sebastian Borger
    VonSebastian Borger
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Daten aus Schottland lassen befürchten, dass die Corona-Zahlen nach den Ferien dramatisch steigen. In Teilen Großbritanniens sind sie so hoch wie nie.

London - Angesichts steigender Corona-Infektions- und Todeszahlen nimmt in Großbritannien die Nervosität zu. Alarmierende Daten aus Schottland lassen für den Landesteil England, in dem die Bevölkerungszahl um mehr als das Zehnfache höher liegt, Schlimmes befürchten, wenn in dieser Woche das neue Schuljahr beginnt. In der Regierung unter Premier Boris Johnson herrscht Medienberichten zufolge zudem Frustration über ihre Wissenschaftler:innen: Deren zögerliche Haltung habe dazu geführt, dass die Impfrate auf der Insel hinter der einiger anderer europäischer Länder zurückbleibe.

Seit im vergangenen Monat in England, im August auch in Schottland sowie Wales und Nordirland sämtliche Einschränkungen abgeschafft wurden, leben die Brit:innen mit zuletzt scheinbar unaufhaltsam steigenden Corona-Zahlen. In England verzeichnete das Gesundheitsministerium täglich durchschnittlich 34.000 Neuinfektionen und 112 Tote. Wird der Schulanfang in England die Lage nochmals dramatisch zuspitzen? Die Befürchtung liegt nahe für all jene, die einen Blick nach Schottland werfen. Dort sind Kinder und Jugendliche bereits vor knapp zwei Wochen in die Klassenzimmer zurückgekehrt, hat der Alltag im Arbeitsleben wieder begonnen.

Coronazahlen in Schottland seit Schulbeginn so hoch wie nie: England könnte nachziehen

Prompt schossen die Corona-Kennziffern in die Höhe. In der vergangenen Woche lag die Zahl der Neuinfektionen an drei Tagen höher als zur schlimmsten Pandemiezeit im April 2020 oder Januar dieses Jahres. Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon sprach am Freitag von einer „besorgniserregenden Entwicklung“. Niemand wolle zu früheren Einschränkungen oder gar Lockdowns zurückkehren, beteuerte sie und mahnte die Bevölkerung zu Abstand und Treffen im Freien.

Auf mehr Flexibilität ihrer wissenschaftlichen Beratergremien hoffen unterdessen die für England zuständigen konservativen Politiker:innen in London. Anders als die entsprechenden Gremien in den EU-Mitgliedsländern hat das zuständige „Joint Committee on Vaccination and Immunisation“ (JCVI) bisher der Impfung Minderjähriger zwischen 12 und 15 Jahren eine Absage erteilt, soweit nicht individuelle Risiken vorliegen. Auch die 16- und 17-Jährigen werden erst seit wenigen Wochen mit Pfizer/Biontech oder Moderna geimpft.

Steigende Fallzahlen in Großbritannien: Seit Mai 1200 Kinder mit Corona im Krankenhaus behandelt

Weil zusätzlich unter jungen Erwachsenen bis 35 Jahre die Skepsis groß ist – nicht einmal zwei Drittel haben bisher ihre erste Dosis erhalten – ist die zunächst erfolgreich gestartete Impfkampagne im Königreich ins Stocken geraten: Von 66 Millionen Menschen sind erst 70,3 Prozent geimpft. Nach Studium der vorliegenden Daten plädieren nun auch als vorsichtig bekannte Forschende wie die Mathematikerin Christina Pagel für ein gezieltes Impfprogramm für die 2,5 Millionen Brit:innen zwischen 12 und 15 Jahren. Eine Studie aus den USA habe eine geringe Anzahl von Fällen leichter Herzmuskelentzündungen registriert, sämtliche Patient:innen seien rasch genesen, berichtete die Professorin vom Londoner University College auf Twitter. Hingegen habe es seit 1. Mai auf der Insel 1200 Klinikeinweisungen von Covid-Kranken zwischen sechs und 17 Jahren gegeben.

Wie wenig das notorisch überlastete Nationale Gesundheitssystem NHS einer neuen Welle schwer an Covid-Erkrankter entgegenzusetzen hat, verdeutlichte ein Brandbrief der in England Verantwortlichen: Weil die Röhrchen fehlten, müssten Krankenhäuser Blutproben um ein Viertel reduzieren. Auf der Brexit-Insel gibt es seit Wochen Versorgungsschwierigkeiten, weil EU-Arbeitskräfte fehlen. (Sebastian Borger)

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