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Gib niemals auf – wie Boris Johnson alle politische Skandale überlebt

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Von: Lucas Maier

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Von Krise zu Krise: So überlebt Boris Johnson die politischen Beben bisher.
Von Krise zu Krise: So überlebt Boris Johnson die politischen Beben bisher. (Archivbild) © Peter Byrne/dpa

Ein erstes Votum hat er bereits überstanden, aber wird das reichen? Boris Johnson und der Charakter, der ihn an die Spitze von Großbritannien gebracht hat.

London - Die Schlinge legt sich immer enger um den Hals von Boris Johnson: Nur mit knapper Mehrheit konnte der 57-jährige das Misstrauensvotum in seiner Faktion für sich entscheiden.

Am Montag (6. Juni) sprachen sich über 40 Prozent seiner eigenen Fraktion gegen ihn aus. 148 Abgeordnete der konservativen Fraktion stimmten für eine Neubesetzung des Postens des Premierministers.

Boris Johnson: Wie lange wird er sich noch halten können?

Expert:innen gehen nach davon aus, dass Johnson nach dem Misstrauensvotum lediglich wenige Monate auf der politischen Bühne bleiben wird, das schreibt politico.eu. Doch freiwillig wird der Mann, geboren in New York, sein Amt wohl nicht räumen.

Seine hartnäckige Art dürfte ein Grund für sein bisheriges Bestehen an der Spitze von Großbritannien sein. „Er hat nie eine seiner Frauen verlassen – sie haben sich immer von ihm scheiden lassen“, sagte ein Tory-Abgeordneter über den dreimal verheirateten Premierminister, gegenüber politico. „Dasselbe gilt für Nr. 10. Er wird niemals aus eigenem Antrieb gehen. Die Partei muss ihn rausschmeißen.“ 

Video: Boris Johnson könnte auch nach überstandenem Misstrauensvotum bald „Toast“ sein

Großbritannien: Spätestens 2024 wird neu gewählt

Offiziell wird das Amt des Premierministers in Großbritannien im Mai 2024 durch Wahlen neu besetzt. Vor einem erneuten internen Misstrauensvotum ist Johnson laut den Richtlinien für die nächsten 12 Monate sicher.

Der Charakter von Johnson dürfte seinen Anteil an dem bisherigen Erfolg und dem Umgang mit politischen Krisen haben. „Charakter ist Schicksal. Er ist jemand, der ums Überleben kämpft“, wird Johnson von Tom Bower, einem seiner Biografen, beschrieben.

Boris Johnson: Wird er mit seinen eigenen „Waffen“ geschlagen werden?

Zu dem Charakter von Boris Johnson zählt auch eine gewisse Abweichung von dem erwarteten Standard. Während ihn seine nicht immer gesetzestreue Art, im Fall von „Partygate“ an den Rand drängte, dürfte sie bei seiner Wahl für viele eines der Entscheidungskriterien gewesen sein, wie politico die Sache einschätzt.

Mit knapp über 50 Prozent setzte sich Johnson im Jahr 2019 im 5. Wahlgang gegen seine Kolleg:innen Hunt und Grove als Vorsitzender der konservativen Partei durch. Für seinen laschen Umgang mit Regeln steht Johnson zunehmend in der Kritik. Seine Kritiker:innen denken mittlerweile darüber nach, ein ähnliches Verhalten an den Tag zu legen.

So könnte es eine Änderung der Parteirichtlinien geben, um ein weiteres Misstrauensvotum zu ermöglichen. Ob Johnson mit seinen eigenen „Waffen“ geschlagen wird, selbst zurücktritt oder sich doch an der Spitze halten kann, bleibt abzuwarten. (Lucas Maier)

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