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Gasumlage: Selbst gut verdienende Unternehmen bekommen Staatshilfen

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Von: Moritz Serif

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Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen)
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. © Britta Pedersen/dpa/Archivbild

Unter anderem zahlen Bürger:innen die Gasumlage, um Unternehmen vor der Pleite zu retten. Zwei haben ihren Gewinn um 100 beziehungsweise 200 Prozent im ersten Halbjahr gesteigert.

Berlin - Die Energiekrise sorgt dafür, dass Gaspreise in die Höhe steigen. Nun ist eine vollständige Liste der Firmen veröffentlicht worden, die von der Gasumlage profitieren. Enthalten sind auch Unternehmen, die zuletzt sehr gut verdienten, zum Beispiel der Schweizer Energiehändler Axpo. Axpo und Gunvor hatten ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2022 laut Handelsblatt um 100 beziehungsweise 200 Prozent gesteigert.

Bei Twitter schreibt der Journalist Tilo Jung, dass ihm das Wirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne) bei der Bundespressekonferenz bestätigt habe, dass „eine drohende Insolvenz“ kein Kriterium für Unternehmen sei, die sich für die Umlage registrieren. „Konzerne, die immer noch fette Profite machen, können mitmachen und ihre Gewinne auf Kosten der Bürger absichern“, schreibt Jung. Habeck will allerdings unbedingt ein drittes Entlastungspaket.

Gasumlage: Diese Unternehmen wollen Hilfen vom Staat

Darunter ist auch die RWE-Energiehandelsgesellschaft Supply und Trading GmbH. RWE-Vorstandschef Markus Krebber hatte noch am 11. August den Verzicht auf eine Inanspruchnahme dieser Umlage erklärt.

RWE erklärte am Montag: „Ja, wir sind dort formal gelistet, haben aber keinen finanziellen Schaden dort gemeldet beziehungsweise geltend gemacht. Wir tragen wie bekannt die Verluste selber.“ Eine Sprecherin sagte, dass mit der Registrierung formal ein Rechtsanspruch bestehe. „Diesen wird das Unternehmen jedoch nicht geltend machen. RWE plant auch keine Geltendmachung in der Zukunft“, betonte sie.

Gasumlage kommt ab Oktober

Die Umlage soll ab Anfang Oktober greifen und Gasimporteuren wie Uniper zugutekommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibende Gasmengen aus Russland kaufen müssen. Ohne die Umlage hätte nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ein Zusammenbruch des deutschen Energiemarktes mit noch höheren Gaspreisen gedroht.

Auszahlung und Weitergabe der Umlage an die Energieversorger und damit an die Endkunden läuft über die Firma Trading Hub Europe (THE), ein Gemeinschaftsunternehmen der Gas-Fernleitungsnetzbetreiber. (mse/dpa)

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