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Kohle-Comeback: Fridays for Future knöpfen sich Robert Habeck vor

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Von: Moritz Serif

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Robert Habeck gibt ein Interview zu Gaseinsparungen.
Friday for Future kritisieren Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) (Archivbild). © Sebastian Iwersen/dpa/Picture Alliance

Klimaschutzminister Robert Habeck fällt bei Fridays for Future in Ungnade, da er auf Kohle setzen möchte. Das 1,5 Grad-Ziel sei nicht erreichbar.

Berlin - Ausgerechnet Robert Habeck, Wirtschaftsminister der Bundesregierung und Mitglied der Grünen, verkündete das Kohle-Comeback. Dadurch solle Gas eingespart werden, das bislang aus Russland geliefert worden war. Fridays for Future schmeckt das gar nicht. Die Klimaktivist:innen kritisieren, „dass die Bundesregierung sehenden Auges die Dörfer im Rheinland und damit die 1,5 Grad-Grenze aufgibt“.

Darüber hatte unter anderem das ZDF berichtet. Habeck hatte gesagt, dass das Comeback zu einer „leicht höheren CO2-Bilanz“ führen würde. Dem widerspricht Annika Rittmann, Sprecherin von Fridays for Futre, energisch. „Wir dürfen auf keinen Fall den Kohleausstieg nach hinten verschieben“, sagt sie.

Kohle-Comeback: Fridays for Future fordern von Habeck, auf erneuerbare Energien zu setzen

Kohle sei besonders schädlich. Habeck müsse stattdessen erneuerbare Energien ausbauen. Die Industrie sieht das hingegen anders. „Wir müssen den Verbrauch von Gas so stark wie möglich reduzieren, jede Kilowattstunde zählt“, sagte Industriepräsident Siegfried Russwurm der dpa.

Die FDP wiederum spricht sich für eine Rückkehr zur Atomenergie aus. „Die Menschen erwarten, dass wegen des Klimaschutzes, der Abhängigkeit von Putin und der Inflation alle Möglichkeiten erwogen werden“, sagte Christian Lindner vor kurzem. Generalsekretär Bijan Djir-Sarai schließt sich Lindners Forderung an.

Energiekrise: FDP spricht sich für Atomkraftwerke aus

„Wichtig ist, die drei verbliebenen Kernkraftwerke länger laufen zu lassen. Das ist ein Fakt, den der Wirtschaftsminister nicht ignorieren kann.“ Man hätte sich schon viel früher darum kümmern müssen. „Ich selbst hatte schon Anfang März darum gebeten, dass man viel früher tätig wird. Das ist an der Stelle versäumt worden. Das ist schade“, sagte Djir-Sarai.

Habeck selbst plant mit Flüssiggas, um sich von Russlands Gas zu lösen. Allerdings sind sogenannte LNG-Terminals umstritten. Von ihnen gehe eine Gefahr für die Umwelt aus, kritisieren Klimaschützende. Mehrere dieser Projekte wurden von Aktivist:innen bereits verhindert. (Moritz Serif)

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