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Trotz Gaspreisbremse: Verbraucher werden noch mehr zahlen müssen

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Von: Lucas Maier

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Deutschland steht der Krisen-Winter 2022 bevor. Wie ernst zunehmend ist die Gefahr für den sozialen Frieden? Und kann die Gaspreis-Bremse helfen?

Berlin – Die Energie-Krise hat Deutschland weiterhin fest im Griff. Die Versorgung gilt mittlerweile zwar wieder als gesichert, aber Verbraucher:innen werden für Gas wohl tiefer in die Tasche greifen müssen in diesem Winter.

Derzeit schwanken die Preise für Energie stark, eins scheint aber sicher: „Wir werden nicht wieder Preise wie vor dem Ukraine-Krieg haben“, so die Warnung von Kerstin Andreae, die Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gegenüber t-online.

Gaspreis-Bremse: Seit Februar 2022 existiert das Konzept bereits

Um die Auswirkungen der Energie-Krise abzufedern, hat die Bundesregierung eine sogenannte Energiepreis-Bremse auf den Weg gebracht. Entworfen hat das Konzept die Ökonomin Isabella Weber bereits im Februar 2022. „Im Grunde wird der Gesellschaftsvertrag brüchig, wenn sich Menschen mit ihrem erarbeiteten Geld Heizkosten und Lebensmittel nicht mehr leisten können“, beschreibt die 34-Jährige die Gefahr, welche die Krise birgt, gegenüber fr.de.

Deutschland steht der Krisen-Winter bevor. Trotz der Gaspreis-Bremse wird es erstmal teuer.
Deutschland steht der Krisen-Winter bevor. Trotz der Gaspreis-Bremse wird es erstmal teuer. (Archivbild) © David Young/dpa

Das Instrument ist allerdings erst für März 2023 geplant. „Bei der Gaspreis-Bremse sollen zunächst mal wieder mit der Gießkanne eine Monatsrechnung gestundet werden. Bevor im kommenden Jahr dann 80 Prozent des Verbrauchs der Kunden subventioniert werden sollen“, ordnet Eva Quadbeck das Vorgehen der Ampel kritisch ein.

Soziale Verwerfungen: „Bröckelnder Gesellschaftsvertrag“ ist ernstzunehmen

Für die Expertin Andreae ist ebenfalls klar: „Haushalte werden noch mehr zahlen müssen“, wie sie gegenüber t-online zu verstehen gibt. Den sozialen Verwerfungen, die auch Isabella Weber prophezeit, kann die Gaspreis-Bremse nach Auffassung von Andreae, tatsächlich entgegenwirken.

Um das Energiesparen werden Verbrauchende jedoch nicht umhinkommen, so die Einschätzung der Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Den trotz Entlastungen, wird auch im nächsten Jahre mehr für Gas gezahlt werden müssen, also noch vor der Energie-Krise, schildert Andreae die Situation gegenüber t-online.

Gaspreisbremse: „Energiesparen bleibt das Gebot der Stunde“

„Daher bleibt Energiesparen das Gebot der Stunde, denn jede kWh, die nicht verbraucht wird, muss auch nicht bezahlt werden.“ Mittlerweile wird das Personal in den Kundencenter der Energieanbietern psychologisch geschult und die Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren, das zeigt laut Andreae wie ernstzunehmen die drohenden Verwerfungen sind. (Lucas Maier)

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