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Robert Habeck: „Europäische Solidarität ist in der aktuellen Energiekrise wichtiger denn je“

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Von: Constantin Hoppe

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Sollte sich die Lage in der Gas- und Energiekrise weiter zuspitzen, ist europäische Solidarität gefragt, sagt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Deshalb führt er Gespräche in Prag und Wien.

Berlin – Russland könnte angesichts der Energiekrise Gaslieferungen als Waffe einsetzen. Diese Sorge äußerte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am 11. Juli zum wiederholten Mal. Europa müsse „bei einer weiteren Zuspitzung der Lage solidarisch agieren“, erklärte Habeck kurz vor einem Treffen mit dem tschechischen Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela in Prag.

Angesichts der bevorstehenden Gaskrise sei „europäische Solidarität wichtiger denn je“, sagte Habeck. Insbesondere, wenn es um die Abstimmung und Koordination in Energiefragen zwischen Nachbarländern ginge. Einen ersten Vorgeschmack auf ausbleibende Gas-Lieferungen aus Russland gibt es ganz aktuell: Seit Montag stehen bis wahrscheinlich zum 21. Juli Wartungsarbeiten an der umstrittenen Pipeline Nord Stream 1 an, weshalb auf diesem Weg keinerlei Gas in die Bundesrepublik fließen wird.

Gaskrise in Deutschland: Schnelle Fortschritte in der Energiewende als Antwort auf russische Aggression

„Europa lässt sich durch das russische Agieren nicht spalten“, sagte Habeck. „Im Gegenteil: Wir arbeiten mit noch mehr Entschlossenheit daran, unsere Abhängigkeit von russischen Energieträgern so schnell wie möglich zu überwinden.“ Eine beschleunigte Energiewende mit schnellen Fortschritten beim Energiesparen, dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Hochlauf von grünem Wasserstoff seien die richtigen Antworten auf die russische Aggression.

Gaskrise: Start der Wartungsarbeiten an Nord Stream 1
Über die umstrittene Pipeline Nord Stream 1 fließt seit Montag kein Gas mehr nach Deutschland © Jens Büttner/dpa

In Tschechien besuchten Habeck und Sikela einen Stromnetzbetreiber und sprachen mit Unternehmen der Energiebranche, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Am Nachmittag besuchte Habeck das Tschechische Institut für Informatik, Robotik und Kybernetik mit dem Nationalen Zentrum für Industrie 4.0.

Der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela, und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei ihrem Treffen in Prag
Robert Habeck: „Europa lässt sich durch das russische Agieren nicht spalten.“ © Roman Vondrous/Imago

Gaskrise: Europäische Solidarität in Energiefragen ganz oben auf der Agenda

Am 12. Juli steht für den Wirtschaftsminister ein Besuch in Österreich an: Dort sind Treffen mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, mit Vizekanzler Werner Kogler, mit der Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Leonore Gewessler, mit der Europaministerin Karoline Edtstadler und dem Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Kocher geplant. Auch hier steht die Abstimmung Österreichs und Deutschlands in Energiefragen ganz oben auf der Agenda der Gespräche. Habeck, Kogler und Gewessler wollen zudem eine der leistungsstärksten Großwärmepumpen Mitteleuropas besichtigen. (con/AFP)

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